Notbremse des FC-Kapitäns. Aufsteiger Kaiserslautern gewinnt 3:1 in Köln.

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Kölns Youssef Mohamad hatte einen kurzen Arbeitstag: Rot in der 2. Minute.

Kölns Youssef Mohamad hatte einen kurzen Arbeitstag: Rot in der 2. Minute.

Reuters

Kölns Youssef Mohamad hatte einen kurzen Arbeitstag: Rot in der 2. Minute.

Köln. Verändert hat sich in Köln irgendwie gar nichts. Nach enttäuschenden 90 Minuten zum Auftakt der 48. Bundesliga-Saison saßen Manager Michael Meier, Präsident Wolfgang Overath und Vize Jürgen Glowacz im weißen Hemd mit den bekannt betretenen Mienen auf der Tribüne. Sprachlos.

Der 1. FC Köln begann die neue Saison wie der Klub die alte beendete. Aus dem erhofften Heimsieg wurde wieder nichts, 1:3 (1:0) gegen Aufsteiger 1. FC Kaiserslautern, seit 1989 haben die Kölner gegen die "roten Teufel" nicht mehr gewonnen.

Aber das war nicht das Thema an diesem traurigen Tag vor 49.200 Zuschauern im RheinEnergieStadion. "Wir haben den Sieg weggeworfen", sagte Kevin McKenna nach dem Spiel. Was aber nur bedingt zutraf.

Schon nach 90 Sekunden scheitert das Konzept von Zvonimir Soldo

Als nach 90 Sekunden Mannschaftskapitän Youssef Mohamad nach einer Notbremse gegen Erwin Hoffer die rote Karte von Schiedsrichter Felix Brych sah, schneller hat das in der Bundesliga vorher noch keiner geschafft, war das Konzept von Trainer Zvonimir Soldo über den Haufen geworfen. Pedro Geromel fehlte verletzt. Um für Stabilität zu sorgen, wechselte Soldo schon in der 14. Minute seinen neuen Spielmacher Taner Yalcin aus und Kevin Pezzoni ein.

Reservist Kevin Pezzoni müht sich in der Abwehr vergeblich

Pezzoni mühte sich in der Abwehr vergeblich. In der 70. Minute ließ Srdjan Lakic seinen Gegenspieler stehen wie eine Slalomstange und markierte den Ausgleich. Bei den weiteren Treffern von Lakic (84.) und Ivo Ilicevic (88.) kam der nicht gerade sprintstarke Pezzoni viel zu spät und fälschte beide Bälle unhaltbar für Torwart Faryd Mondragon ab. Das Stadion leerte sich schneller als es sich an diesem sonnigen Nachmittag gefüllt hatte.

1. FC Köln

überragend: -

gut: -

durchschnittlich: Mondragon, Brecko, Petit, Lanig, McKenna, Salger, Novakovic

enttäuschend: Mohamad, Podolski, Jajalo, Pezzoni, Freis

1. FC Kaiserslautern

überragend: -

gut: Tiffert, Lakic, Ilicevic, Rodnei

durchschnittlich: Sippel, Amedick, Bugera, Bilek, Hoffer, Jessen, Nemec

enttäuschend: Dick, Moravek, Kirch

Aus dem Spiel heraus kamen die Kölner zu keiner einzigen Chance gegen den Aufsteiger. Das 1:0 resultierte aus einer Nachlässigkeit von Torwart Tobias Sippel, Milivoje Novakovic nutzte den Fehler, stand vorher allerdings zweimal deutlich im Abseits. Die restlichen Chancen resultierten fast ausschließlich aus Standards.

Lukas Podolski, der sich so viel vorgenommen hatte, blieb weitgehend wirkungslos, kein Torschuss, keine wirkliche offensive Aktion. In der 78. Minute wechselte Soldo den Nationalspieler aus. Die Erkenntnis aus dem Spiel, die Podolski nach den 90 Minuten ablieferte, war absolut exklusiv: "Die Lauterer waren ganz schwach, wir hätten gewinnen müssen."

Der Aufsteiger war zwar nicht besonders stark, aber doch auf einigen Positionen wesentlich besser besetzt als der FC. Das galt insbesondere für Christan Tiffert, über den fast jeder Angriff des FCK lief. Nach dem Spiel versuchte Tiffert vergeblich, die Kölner zu trösten. Die verschwanden schnell in der Kabine.

"Nach dem Ausgleich hat meine Mannschaft keine Moral gezeigt", befand FC-Trainer Soldo, "den Fehler, der dem 1:1 vorausgeht, darf man nicht machen. Wir haben unser Ziel nicht erreicht."

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