Auf dem Sprung
Christian Ahlmann hat für sein Pferd Taloubet rechtzeitig einen deutschen Pass bekommen. Foto: Uwe Anspach

Christian Ahlmann hat für sein Pferd Taloubet rechtzeitig einen deutschen Pass bekommen. Foto: Uwe Anspach

dpa

Christian Ahlmann hat für sein Pferd Taloubet rechtzeitig einen deutschen Pass bekommen. Foto: Uwe Anspach

Leipzig (dpa) - Die formalen Hindernisse auf dem Weg nach London hat Christian Ahlmann bewältigt. Nun beginnt die sportliche Qualifikation für den Springreiter, der eine selten turbulente Zeit hinter sich hat.

Der Tod eines Toppferdes, der Weltcup-Sieg und das anschließende EM-Aus - auf Ahlmann ist auch nach seinem Dopingfall von 2008 viel eingestürzt. «Er hat eine schwierige Zeit hinter sich», sagt Bundestrainer Otto Becker vor dem ersten Weltcup-Turnier des neuen Jahres an diesem Wochenende in Leipzig. Aber der Coach ist sich sicher: «Er ist jetzt noch einen Schritt weiter.»

Das Auf und Ab habe Ahlmann noch stärker gemacht, glaubt der Coach, der dem 37-Jährigen auch in schweren Zeiten den Rücken gestärkt und ihm die Rückkehr ins Nationalteam ermöglicht hat. «Er ist gefestigter», sagt Becker,

Dass Ahlmann sportlich wieder ein Olympia-Kandidat ist, hat er bereits im vergangenen Jahr in Leipzig bewiesen. Mit dem Gewinn des Weltcups feierte der Springreiter den größten Erfolg seit Ablauf seiner Doping-Sperre. Nach mehr als zwei Jahren Pause ritt er anschließend auch wieder im Nationalteam.

Dass sich sein Pferd Taloubet später verletzte und dies den Start bei der Europameisterschaft in Madrid verhinderte, passt irgendwie zu Ahlmanns wechselhafter Karriere. Genau wie die positiven Nachrichten zum Ende des Jahres. Im Oktober kippte der Internationale Sportgerichtshof (CAS) die Osaka-Regel, die Doping-Sündern mit einer mehr als sechsmonatigen Sperre den Olympiastart untersagte. Und im Dezember erhielt Taloubet rechtzeitig vor dem Jahreswechsel einen deutschen Pferdepass.

Der Hengst, der Ahlmanns belgischer Freundin und deren Vater gehört, kann nun in London für das deutsche Team eingesetzt werden. «Das hat ihm einen Schub gegeben», sagt Becker über die Perspektive eines Olympiastarts, der vor einem Jahr noch unmöglich erschien. Nachdem er lange Zeit zu diesem Thema nichts sagen mochte, erklärt Ahlmann nun unumwunden: «Ich werde versuchen, mich zu qualifizieren.» Der Doppel-Europameister von 2003 ist einer von derzeit acht Reitern des A-Kaders.

Der Weltcup-Sieg macht Ahlmanns Saisonplanung einfacher, denn als Titelverteidiger ist er für das Final-Turnier im April im niederländischen 's-Hertogenbosch gesetzt. «Das ist schon ein großer Vorteil, weil man die Pferde gezielter einsetzen kann», sagt der Reiter: «Man muss nicht den Punkten hinterherjagen.»

Im Vergleich zum Vorjahr hat er einen weiteren Vorteil. Ahlmann, dessen Pferd Calvados im Herbst 2010 an einem Aorta-Abriss gestorben war, hat wieder ein zweites Weltklasse-Pferd im Stall. «Codex one ist eine echte Alternative», sagt der Bundestrainer.

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