Abschieds-Erfolg
Christian Ahlmann freut sich auf Taloubet über den letzten gemeinsamen Sieg. Foto: Hendrik Schmidt

Christian Ahlmann freut sich auf Taloubet über den letzten gemeinsamen Sieg. Foto: Hendrik Schmidt

dpa

Christian Ahlmann freut sich auf Taloubet über den letzten gemeinsamen Sieg. Foto: Hendrik Schmidt

Leipzig (dpa) - Ein perfekteres Happy End mit großen Emotionen und einigen Tränen hätte sich kein Drehbuchautor ausdenken können.

Bei seinem letzten Ritt mit dem Weltklasse-Hengst Taloubet hat Springreiter Christian Ahlmann beim Weltcup-Turnier in Leipzig den ersten Platz belegt. «Schöner kann es nicht kommen», kommentierte der 44-Jährige mit feuchten Augen diesen ganz besonderen Sieg. «Ich kann es gar nicht richtig in Worte fassen.»

Der Springreiter aus Marl gewann vor rund 6.000 Zuschauern mit Taloubet zum dritten Mal den Großen Preis, der zugleich die zehnte Etappe des Weltcups war. Ahlmann ritt mit dem 18 Jahre alten Hengst klar die beste Zeit des Stechens und siegte vor dem Kolumbianer Carlos Enrique Lopez Lizarazo mit Admara.

Zweitbester deutscher Starter im 40 Paare umfassenden Feld war Marcus Ehning, der mit Comme Il Faut Platz vier belegte. «Ich habe Christian die Daumen gedrückt», sagte Ehning, der einer der ersten Gratulanten war und Ahlmann in den Arm nahm. «Wie er das gemacht hat, Hut ab», sagte Ehning.

Für Ahlmann war die Verabschiedung in Leipzig besonders, weil er vor sieben Jahren in der gleichen Messehalle mit dem Hengst Weltcupsieger geworden war. Zudem gewann er mit Taloubet zweimal den Großen Preis. Der 18 Jahre alte Hengst ist zweifellos ein Ausnahmepferd. «Im Parcours ist er wie ein heißgekochter Ferrari, der sofort von null auf hundert geht und jeden Sprung aus jeder Wendung springen kann», beschreibt der Doppel-Europameister von 2003 sein Pferd. «Diese Sprungkraft, Schnelligkeit, Kampfgeist und Qualität sind einfach abnormal.»

Mit Taloubet gewann der derzeit erfolgreichste deutsche Reiter zudem 2012 das Top-Ten-Finale und zahlreiche Große Preise wie in Stuttgart, Hannover, Paris oder Helsinki. Bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro trug der Hengst den Reiter zu Bronze. Von Montag an darf er nach seinem letzten Sporteinsatz auf die Weide und wird vermehrt in der Zucht eingesetzt.

Dass nicht nur Taloubet, sondern auch der Reiter selbst ein Ausnahme-Sportler ist, bewies Ahlmann schon am Tag zuvor. Mit einem geliehenen Pferd, der Stute Ailina, ritt der 44-Jährige im Championat von Leipzig auf Platz eins und sagte: «Ich bin viel Risiko gegangen und hatte das Glück des Tüchtigen.» Zweiter wurde Mario Stevens aus Molbergen mit Credo vor dem Iren Denis Lynch mit Alcazar.

Für Ahlmann war es das erste internationale Turnier mit Ailina - und vorerst auch das letzte. Die 13 Jahre alte Stute gehört seiner Freundin Judy Ann Melchior und wird im Normalfall auch von ihr geritten. Anfang der Woche hatten die beiden sich für den Tausch entschieden.

Bisher kannte Ahlmann die Stute nur aus dem Training. «Ich weiß ja, dass Ailina ein tolles Pferd ist, aber so zu gewinnen und das letzte Risiko gehen zu können, da kann man vorher nicht mit rechnen», sagte Ahlmann. Bei den nächsten Turnieren wird dennoch seine belgische Freundin wieder im Sattel sitzen: «Da gibt es keine Diskussionen.»

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