Oliver Mintzlaff sieht RB Leipzig irgendwann in der Zukunft als deutschen Meister. Foto: Hendrik Schmidt
Oliver Mintzlaff sieht RB Leipzig irgendwann in der Zukunft als deutschen Meister. Foto: Hendrik Schmidt

Oliver Mintzlaff sieht RB Leipzig irgendwann in der Zukunft als deutschen Meister. Foto: Hendrik Schmidt

dpa

Oliver Mintzlaff sieht RB Leipzig irgendwann in der Zukunft als deutschen Meister. Foto: Hendrik Schmidt

Düsseldorf (dpa) - An Selbstbewusstsein mangelt es dem Vorstandsvorsitzenden des Bundesliga-Aufsteigers RB Leipzig nicht.

Mit Spitzen gegen die Bundesliga-Konkurrenz und einem Witz über Ralf Rangnick präsentierte sich Oliver Mintzlaff bei einem Kongress (Spobis) in Düsseldorf. In der Fußball-Branche gebe es «nur Alphatiere, das ist bei uns nicht anders», sagte der 41-Jährige.

Entsprechend ehrgeizig formulierte der RB-Boss die RB-Ziele und sprach sogar vom Titelgewinn. «Wir wollen dauerhaft international spielen und irgendwann deutscher Meister werden», sagte Mintzlaff. Er nannte für diese Zielsetzung einen Zeitraum von fünf bis zehn Jahren. Seine Rechnung: «Wenn man Hochleistungssport betreibt, will man immer gewinnen - und wenn man immer gewinnt, wird man irgendwann deutscher Meister.»

Der RB-Vorstandsvorsitzende zeigte sich allerdings nicht nur selbstbewusst, sondern in anderen Fragen auch realistisch. Er sieht derzeit noch großen Nachholbedarf bei seinem Club. «Wir sind mit unserer Strukturen sicher noch nicht Champions-League-tauglich, das wissen wir», erklärte Mintzlaff. Auch im organisatorischen Bereich sei Bayern München ein Vorbild. «Es gibt viele Dinge, wo wir neidisch draufschauen», sagte der Leipziger Boss: «Es ist beeindruckend, was der FC Bayern macht.»

Der Vorstandsvorsitzende des Aufsteigers sagte, dass RB auf der «Suche nach Key-Managern ist, aber bewusst nicht im Fußball». Mintzlaff fügte keck an: «Jemanden, der zu Ralf Rangnick passt, muss man erstmal finden. Das ist nicht ganz einfach.»

Auch die Konkurrenz kam nicht ungeschoren davon. Über einen Teil der Bundesligisten lästerte er: «Es gibt Defizite im Managementbereich, wie wir es uns vorstellen. Im kaufmännischen Bereich gibt es Nachholbedarf.» Bei anderen Vereinen gebe es «viele, die in Positionen reinrutschen».

Bei allem Selbstbewusstsein: Über den schnellen Erfolg der Leipziger Mannschaft in der 1. Bundesliga zeigte sich auch Mintzlaff überrascht. «Das haben wir nicht erwartet, dass wir da stehen, wo wir jetzt stehen.»

Der Erfolg hat auch eine Kehrseite. Mintzlaff erwartet, dass es demnächst Abwerbeversuche für die besonders guten RB-Spieler gebe, etwa von Bayern München. Darauf habe ihn Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke kürzlich beim Neujahrsempfang der Deutschen Fußball Liga schon angesprochen. «Wenn Spieler sich toll entwickeln, ist es klar, dass sich Begehrlichkeiten entwickeln», erklärte der RB-Vorstandsvorsitzende: «Dessen sind wir uns bewusst. Das wird auch bei uns so sein.»

«Wenn die Zahlen stimmen, habe ich nichts dagegen», sagte er. Mintzlaff betonte jedoch: «Fast alle Verträge sind sehr langfristig angelegt.» Es gebe zudem Gespräche über die Verlängerung von einigen Kontrakten. «Alles andere bestimmt der Markt», sagte der RB-Boss. Wer wüsste das besser als der Chef des von Red Bull finanziell bestens ausgestatteten Aufsteigers.

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