FC Schalke 04 - 1. FC Köln
Der Schalker Lukas Schmitz (l) versucht Kölns Pedro Geromel vom Ball zu trennen.

Der Schalker Lukas Schmitz (l) versucht Kölns Pedro Geromel vom Ball zu trennen.

dpa

Der Schalker Lukas Schmitz (l) versucht Kölns Pedro Geromel vom Ball zu trennen.

Gelsenkirchen (dpa) - Ovationen und Trainer-Lob für Raúl, versöhnlicher Hinrunden-Abschluss für den FC Schalke 04: Minutenlang feierten die Fans des Revierclubs den spanischen Stürmerstar nach seiner Dreitore-Gala zum 3:0 (1:0)-Sieg gegen den 1. FC Köln.

«Er ist unser wichtigster Spieler. Nicht nur in dieser Partie, sondern auch für unsere ganze Arbeit und unser Zusammenleben», lobte Schalke-Trainer Felix Magath seine Top-Verpflichtung. Ein überraschender Transfer-Coup ganz anderer Art gelang auch den Kölnern. Nur wenige Stunden nach der Niederlage bestätigte der Club, dass der ehemalige Freiburger Trainer Volker Finke neuer Sportdirektor und damit Nachfolger des Ende November entlassenen Michael Meier wird.

Der 62 Jahre alte Finke, dessen Vertrag als Trainer des japanischen Erstligisten Urawa Red Diamonds zum Jahresende ausläuft, einigte sich mit den «Geißböcken» auf einen Zweieinhalbjahres-Vertrag. Er wird am 1. Februar 2011 seine Arbeit aufnehmen. «Volker Finke war der Wunschkandidat der Vereinsführung und passt perfekt in das Anforderungsprofil des 1. FC Köln», hieß es in einer Vereinsmitteilung.

Mit seinen Liga-Treffern sieben bis neun (30./50./87.) hatte Raúl zuvor seine Extra-Klasse bewiesen und bei Schalke kurz vor Weihnachten die Hoffnung auf eine erfolgreiche Fortsetzung der Aufholjagd in der Rückrunde geschürt. Sogar die Europapokal-Plätze sind wieder in Sichtweite. «Wir haben die Hinrunde versöhnlich beendet. In der Rückrunde können wir wieder die alten Ziele angehen», sagte Magath, und auch Christoph Metzelder sieht die Elf in der Fußball-Bundesliga wieder auf gutem Weg. «Wir bringen jetzt relativ konstant gute Leistungen und haben noch Potenzial nach oben», sagte der Abwehrchef nach dem fünften Pflichtspiel-Heimsieg hintereinander ohne Gegentor.

Für Raúl war es bereits sein zweiter Liga-Dreierpack nach dem 4:0 gegen Werder Bremen. Und wieder schnappte sich der Spanier den Ball als Andenken. «Ich bin sehr glücklich und zufrieden. Nicht nur weil ich drei Tore gemacht habe, sondern weil die Mannschaft erfolgreich ist», meinte der 33-Jährige, der sein Team vor 61 673 Zuschauern in der ausverkauften Veltins-Arena in der 30. Minute nach einem katastrophalen Fehlpass von Christopher Schorch in Führung gebracht hatte. «Mit dem 2:0 war die Partie dann entschieden», gestand FC- Coach Frank Schaefer. «Danach sind wir von den Schalkern mit ihrer individuellen Klasse überrollt worden und waren am Ende chancenlos.»

Seit mehr als 17 Jahren sind die Kölner in Gelsenkirchen ohne Sieg und müssen nun in der Abstiegszone überwintern. Dennoch sieht Schaefer, der mit dem FC aus acht Partien zehn Punkte holte, eine positive Entwicklung. «In der Rückrunde treffen wir auf genügend Mannschaften, die in Schlagdistanz sind», sagte Kölns Trainer, dessen Team am Samstag ohne die verletzten Offensivkräfte Lukas Podolski und Milivoje Novakovic vor allem die Durchschlagskraft fehlte. Die einzige Spitze Sebastian Freis blieb ohne Wirkung. Schalke-Keeper Manuel Neuer wurde nur einmal bei einem Schuss von Christian Clemens (21.) ernsthaft geprüft.

Die Niederlage leitete der FC zudem selbst ein. Rechtsverteidiger Schorch spielte den Ball von der eigenen Torauslinie direkt in die Füße von Ivan Rakitic, der Raúl maßgerecht bediente. «Das Tor hat er gut gemacht», lobte Magath den platzierten Kopfball-Treffer ins lange Eck, mit dem der Spanier Kölns Schlussmann Faryd Mondragon in dessen letzter Bundesliga-Partie vor seinem Wechsel nach Philadelphia keine Chance ließ.

Nach dem Wechsel kontrollierte Schalke das Geschehen und war nach dem 2:0, das der starke Jefferson Farfan glänzend vorbereitete, nicht mehr zu stoppen. Direkt nach Raúls drittem Streich (87.) nahm Magath seinen Matchwinner vom Feld. Dass der Spanier alle elf Pflichtspieltore - davon zwei in der Champions League gegen Tel Aviv - in der heimischen Arena erzielte, ist für den Trainer kein Zufall: «Da sind wir doch mehr im gegnerischen Strafraum.»

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