Paris (dpa) - Der Radsport-Weltverband UCI will die Sperren für den erstmaligen Missbrauch des Blutdopingmittels EPO von zwei auf vier Jahre verdoppeln.

Man werde den nationalen Verbänden bald einen entsprechenden Vorschlag unterbreiten, sagte UCI-Präsident Pat McQuaid der französischen Sportzeitung «L'Équipe». «Es ist nötig, dass sie (die nationalen Verbände) auf der gleichen Linie wie wir sind, weil wir nicht vorwärtskommen, wenn wir häufiger den (Internationalen Sportgerichtshof) CAS anrufen müssen», erklärte der 61-Jährige.

McQuaid sagte, er sei sogar ein Befürworter lebenslanger Sperren, könne diese aber «aufgrund juristischer Probleme» nicht durchsetzen. Der Ire sprach sich außerdem dafür aus, bei der Straferhebung wegen Dopingmissbrauchs differenzierter vorzugehen und «zwischen härteren und weicheren Mitteln» zu unterscheiden. Der Radsport sei aber in Bezug auf Doping «die sauberste Sportart», beteuerte McQuaid.

Im Fall des unter Dopingverdacht stehenden Tour-de-France- Siegers Alberto Contador meinte der UCI-Chef, eine Entscheidung werde es nicht vor Jahresende geben. «Wir haben bei Experten eine Untersuchung in Auftrag gegeben, um zu wissen, ob seine Version glaubhaft ist», so McQuaid. Der 27-jährige Spanier war auf die verbotene Substanz Clenbuterol positiv getestet worden. Contador bestritt Doping und machte kontaminiertes Fleisch verantwortlich.

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