Umstritten
UCI-Chef Pat McQuaid möchte trotz des Gegenwindes wiedergewählt werden. Foto: Sergei Grits

UCI-Chef Pat McQuaid möchte trotz des Gegenwindes wiedergewählt werden. Foto: Sergei Grits

dpa

UCI-Chef Pat McQuaid möchte trotz des Gegenwindes wiedergewählt werden. Foto: Sergei Grits

Calvi (dpa) - Es geht um die Macht im Weltradsport. Die Frage, wer künftig an der Spitze des Internationalen Radsportverbandes steht, wird nun auch ganz offiziell in einem Zweikampf entschieden.

Die UCI bestätigte die Kandidatur des britischen Verbandschefs Brian Cookson, der bei der Wahl am 27. September in Florenz gegen den amtierenden UCI-Präsidenten Pat McQuaid antritt. Allerdings ist noch immer unklar, ob die Nominierung des irischen UCI-Chefs überhaupt gültig ist. McQuaid steht seit langem wegen seines Umgangs mit den Dopingskandalen in der Schusslinie.

«Seit ich 2005 UCI-Präsident geworden bin, hat sich der Radsport verändert. Es ist jetzt möglich, sauber Rennen zu fahren und zu gewinnen», sagte McQuaid in einer UCI-Mitteilung. «Meine Mission ist es nun, diesen kulturellen Wandel zu erhalten.» Auch Cookson machte Werbung in eigener Sache: «Die UCI und der Radsport stehen vor großen Herausforderungen. Als britischer Verbandspräsident habe ich gezeigt, dass ich positive Veränderungen für den Radsport herbeiführen kann.»

McQuaid war im Mai vom Schweizer Radsportverband aufgestellt worden, weil sich sein irischer Heimatverband gegen ihn gestellt hatte. Die Entscheidung von Swiss Cycling ist umstritten, weil sie möglicherweise gegen die Regeln der UCI verstößt. Demnach darf ein Kandidat nicht gleichzeitig die Lizenzen zweier Nationalverbände besitzen. McQuaid erhielt die Schweizer Lizenz bereits Anfang Mai. Zu diesem Zeitpunkt galt er jedoch noch als möglicher Kandidat Irlands. Ebenfalls unklar ist, ob ein Lizenzwechsel innerhalb der Saison möglich ist. Die UCI-Regeln sind in diesem Fall nicht eindeutig.

Aus diesem Grund haben drei Mitglieder von Swiss Cycling gegen die Nominierung des Iren geklagt. Eine Entscheidung des Schweizer Verbandsschiedsgerichts steht bislang aus. Wann das dreiköpfige Gremium den Einspruch verhandelt, ist noch unklar, wie eine Sprecherin von Swiss Cycling auf dpa-Anfrage mitteilte. Trotz des offenen Verfahrens strebt McQuaid weiter eine dritte Amtszeit seit 2005 an.

Den Wahlkampf hatten beide Kandidaten schon vor dem Ende der offiziellen Bewerbungsfrist vergangenen Samstag eröffnet. Unmittelbar nachdem Cookson seine Kandidatur angekündigt hatte, schickte McQuaid einen Brief an die Präsidenten der Nationalverbände, in dem er vor seinem Herausforderer warnte. Hinter diesem stünde der milliardenschwere russische Verbandspräsident und Besitzer des Teams Katusha, Igor Makarow. Außerdem sei Cookson als Aufsichtsratsmitglied des Teams Sky nicht unabhängig, erklärte McQuaid darin in bösen Worten.

Cookson wies die Vorwürfe am Montag erneut zurück. «Ich werde bei meiner Kandidatur finanziell weder von Makarow noch vom Team Sky unterstützt», sagte er der französischen Sportzeitung «L'Équipe». Der 62 Jahre alte Brite, der seit 2009 im Management-Komitee der UCI sitzt, hatte am Montag vor einer Woche ein Wahlmanifest vorgestellt. Darin versprach er, die Dopingkontrollen der UCI an eine unabhängige Instanz zu vergeben und für mehr Transparenz zu sorgen. Außerdem werde er die Verstrickungen der UCI in den Dopingskandal um Lance Armstrong untersuchen lassen.

McQuaid nannte Cooksons Vorschläge «halbgar» und legte am Wochenende mit seiner Kritik an dem Manifest nach. «Ich habe darin keine großartigen Dinge gesehen», sagte er der «L'Équipe». Der UCI-Chef selbst steht seit Monaten unter Beschuss wegen seines Umgangs mit dem Fall Armstrong. Dem Weltverband wird vorgeworfen, den lebenslang gesperrten Amerikaner jahrelang gedeckt zu haben. McQuaid und sein Vorgänger, der Niederländer Hein Verbruggen, haben diese Vorwürfe stets bestritten.

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