Der frühere Radprofi Jens Voigt legt auf dem Teufelsberg in Berlin nach einer seiner Vier-Kilometer-Runden der «Tour de Cure» einen kurzen Stopp ein. Foto: Soeren Stache
Der frühere Radprofi Jens Voigt legt auf dem Teufelsberg in Berlin nach einer seiner Vier-Kilometer-Runden der «Tour de Cure» einen kurzen Stopp ein. Foto: Soeren Stache

Der frühere Radprofi Jens Voigt legt auf dem Teufelsberg in Berlin nach einer seiner Vier-Kilometer-Runden der «Tour de Cure» einen kurzen Stopp ein. Foto: Soeren Stache

dpa

Der frühere Radprofi Jens Voigt legt auf dem Teufelsberg in Berlin nach einer seiner Vier-Kilometer-Runden der «Tour de Cure» einen kurzen Stopp ein. Foto: Soeren Stache

Berlin (dpa) - Jens Voigt ist einsilbig geworden - ein Alarmzeichen. Manchmal sei es gewesen wie «ein schleichender Tod», sagte er, als er nach seiner Charity-Tour auf den Berliner Teufelsberg nach einer 27-Stunden-Tortur völlig verdreckt und fertig endlich vom Rad steigen durfte.

Der 45 Jahre alte Ex-Radprofi war nonstop unterwegs seit dem 2. Januar mittags, die Nacht hindurch im nasskalten Grunewald mit einer Lampe auf dem Helm. Kein Schlaf, keine längeren Pausen. Selbst die wärmste Spezialkleidung ist da nicht die 100-prozentige Lösung.

Zum Frühstück hatte seine Frau am 3. Dezember Rühreier mit Toast gebracht, auf einem kleinen Kocher stand eine Hühnerbrühe mit Graupen. «Jetzt nach Hause unter die Dusche und den Vollbart ab», war Voigts Wunsch. «Ein paar Durchhänger gab's. Zum Glück kamen die Wildschweine nur einmal, als wir berghoch fuhren - kein Problem», sagte der einstige Ausreißerkönig der Tour de France.

Als moralische Stütze und vor allem Gesprächspartner hatte der deutsche Rekord-Tour-Teilnehmer (17) immer Begleiter an seiner Seite. «So wechselnd zusammen bestimmt 300 bis 400 Mitfahrer. Es gab bergab auf dem glitschigen Untergrund zahlreiche Stürze - zum Glück alle glimpflich. Ich bin verschont geblieben», erzählte Voigt, der mit seiner Aktion zugunsten Krebskranker sämtliche selbst gesteckten Spendenziele sprengte.

Über 25 000 Euro zur Krebsbekämpfung waren zusammengekommen, noch bevor seine verrückte Fahrt beendet war. Voigt hatte auf einer Vier-Kilometer-Runde im Bezirk Charlottenburg etwa 9000 Höhenmeter hinter sich gebracht, was der Höhe des Mount Everest (8848 Meter) entspricht. Die so genannte «Everest-Challenge» war geschafft.

Der etwa 120 Meter hohe Teufelsberg war nach dem Krieg aus Trümmern aufgeschüttet worden. Auf der Kuppe stehen noch immer die Reste einer Wetter- und Abhörstation der US-Armee aus Zeiten des Kalten Krieges. Zwei Wege mit zum Teil - für Berliner Verhältnisse - steilen Serpentinen führen hinauf. Der Höhenunterschied beträgt etwa 90 Meter, so dass Voigt & Co. 100 Runden bewältigten.

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