Bei der Siegerehrung kämpft André Greipel mit den Tränen.
Bei der Siegerehrung kämpft André Greipel mit den Tränen.

Bei der Siegerehrung kämpft André Greipel mit den Tränen.

dpa

Bei der Siegerehrung kämpft André Greipel mit den Tränen.

Carmaux (dpa) - Der Rostocker André Greipel hat nach Jahren des Wartens bei der Tour de France seinen größten Erfolg gefeiert. Der Sprinter gewann bei seiner Tour-Premiere die 10. Etappe und bezwang dabei seinen erbitterten Rad-Widersacher Mark Cavendish.

Sie haben viele Jahre lang bei der Tour de France zuschauen müssen, wurden nicht in den Kader berufen. Was bedeutet der Sieg heute?

Greipel: «Es ist ein unglaubliches Gefühl - ein Etappensieg beim besten Radrennen der Welt. Das war mein Ziel. Ich bin heute der glücklichste Mensch auf der Welt. Mein Team hat mich die ganze Saison unterstützt. Ich danke allen, meiner Mannschaft, den Betreuern, meiner Familie. All die Jahre haben sich ausgezahlt.»

Wie ordnen Sie diesen Sieg in Ihrer Karriere ein?

Greipel: «Ich habe so lange auf diesen Moment gewartet. Das ist der größte Augenblick, seit ich Rad fahre. Mein Traum war eigentlich schon wahr geworden, als ich bei der ersten Tour-Etappe am Start stand. Das heute ist der beste Moment meines Lebens - nach der Geburt meiner beiden Töchter.»

Was war in Carmaux der Schlüssel zum Erfolg?

Greipel: «Entscheidend war der letzte Berg. Ich habe mich ans Hinterrad von Cavendish gehängt und hatte Gott sei Dank die besseren Beine auf meiner Seite. Mein Team hat mich in eine sehr gute Position gebracht, und ich konnte meine Beine für den Sprint schonen. Ich danke speziell Philippe Gilbert und Marcel Sieberg, der unglaubliche Führungsarbeit geleistet hat.»

Im Finish haben Sie ausgerechnet Cavendish geschlagen, den zuletzt überragenden Sprinter.

Greipel: «Mark ist der größte Sprinter der Tour de France. Er hat 17 Siege bei der Tour de France gesammelt, ich jetzt einen. Heute hatte ich vielleicht zudem das Glück, mehr Kraftreserven zu haben.»

Cavendish, der in den vergangen Jahren noch in Ihrer Mannschaft fuhr, hat Sie zuweilen heftig beleidigt. Ist das jetzt eine besondere Genugtuung für Sie?

Greipel: «Natürlich war er nicht immer nett mit seinen Kommentaren. Aber das ist ohnehin nicht mein Niveau. Ich will immer auf dem Rad zeigen, was ich kann.»

Ihr Saisonstart war 2011 nicht so erfolgreich wie in anderen Jahren. Hatten Sie Zweifel an Ihrer Form, ausgerechnet im Jahr nach dem Team-Wechsel und ihrer ersten Tour-Teilnahme?

Greipel: «Das war kein einfacher Start in die Saison. Wenn man in ein neues Team kommt, muss man sich erst kennenlernen. Ich musste mein Training umstellen, um im Juli in Topkondition zu sein. Das war zuvor ja noch nie der Fall.»

Es hieß oft, Sie seien zu nett für einen erfolgreichen Sprinter. Hat sich das geändert?

Greipel: «Vielleicht war ich zu nett. Auf dem Rad war ich lange nur der André. Natürlich musste ich lernen, aggressiver zu sein, denn für die Sprints braucht man das.»

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