Sylvia Schenk will eine Untersuchung des Weltradsportverbandes.
Sylvia Schenk will eine Untersuchung des Weltradsportverbandes.

Sylvia Schenk will eine Untersuchung des Weltradsportverbandes.

dpa

Sylvia Schenk will eine Untersuchung des Weltradsportverbandes.

Berlin (dpa) - Sylvia Schenk, bis 2010 Vorstandsvorsitzende von Transparency International Deutschland, befürwortet eine Korruptions-Untersuchung der Gremien des Weltradsportverbandes UCI.

Zuletzt hatte der Radprofi und geständige Dopingsünder Floyd Landis in Zusammenhang mit Beschuldigungen gegen den Tour-Rekordsieger Lance Armstrong Vorwürfe der Bestechlichkeit gegen die UCI und ihren Präsidenten Pat McQuaid erhoben.

«Das UCI-Problem ist die Sonder-Behandlung Armstrongs nach den nachträglichen positiven Tests der Tour de France von 1999 und seine Spende», sagte Schenk dem Internetportal «Cyclingnews». Die Juristin aus Frankfurt war Vorgängerin von Rudolf Scharping als Chefin im Bund Deutscher Radfahrer (BDR), von 2000 bis 2005 hatte sie einen Sitz im Management-Komittee der UCI. Der McQuid hatte sich in der Vorwoche offen für eine Inspektion gezeigt. «Jede Untersuchung ist willkommen. Es gab nie Korruption in der UCI», hatte er erklärt.

Die UCI hatte von Armstrong 2005 eine höchst fragwürdige Spende in Höhe von 100 000 Dollar angenommen. Die Gründe für die noble Gabe wurden nie geklärt. Landis hatte unter anderem behauptet, positive Dopingtests von Armstrong seien beim Dachverband unter den Teppich gekehrt worden, was die UCI stets vehement bestritt.

2005 hatte die Sportzeitung «L'Équipe» positive Doping-Tests von Armstrong aus dem Jahr seines ersten Toursieges 1999 publik gemacht. Die Urinproben waren eingefroren und sechs Jahre nach seinem siebten Sieg - mit neuen Methoden - noch einmal untersucht worden. Dabei waren wissenschaftlich unstrittig EPO-Spuren nachgewiesen worden.

Sportrechtlich hatte Armstrong aber nichts zu befürchten, weil die B-Probe - nach WADA-Richtlinien unbedingt erforderlich für einen gültigen Doping-Nachweis - nicht mehr zur Verfügung stand. Also blieb die UCI untätig, was von Kritikern mit der Armstrong-Spende in Verbindung gebracht wurde. Inzwischen bedauerte McQuaid, das Geld angenommen zu haben und nannte es «einen Fehler». Angeblich war die Spende von Armstrong bereits 2002 angekündigt worden - drei Jahre später floss das Geld.

Eine unabhängige Institution, zum Beispiel aus Mitgliedern der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA, kann laut Schenk die Untersuchungen bei der von Aigle am Genfer See aus arbeitenden UCI leiten.

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