Ansichten
Lance Armstrong hat seine eigene Theorie zu Doping-Statistiken.

Lance Armstrong hat seine eigene Theorie zu Doping-Statistiken.

dpa

Lance Armstrong hat seine eigene Theorie zu Doping-Statistiken.

Adelaide (dpa) - Der in Dopingfragen alles andere als unbelastete Lance Armstrong schiebt den Schwarzen Peter weiter. Radsport ist für den siebenfachen Tour-de-France-Sieger nicht der Spitzenreiter in der Doping-Statistik.

Er gab zu, dass das Image seines Lieblingssports durch die zahllosen Doping-Affären erheblich in Mitleidenschaft gezogen wurde, gab aber zu bedenken: «Würde in anderen Sportarten ähnlich konsequent kontrolliert werden wie im Radsport, hätten wir genauso viele positive Ergebnisse - wenn nicht mehr».

Das sagte der Texaner vor dem Start der Tour Down Under in Adelaide/Australien, bei der der 39-Jährige ab Sonntag seinen internationalen Ausstand feiert und zum letzten Mal außerhalb der USA startet. An gleicher Stelle hatte er 2009 sein Comeback gestartet.

Die US-Behörden unter Chefermittler Jeff Novitzky ermitteln seit Mai 2010 gegen den Rekordsieger wegen Betrugsverdachts und möglicher Steuerhinterziehung. Hintergrund sind auch massive Dopingvorwürfe seines ehemaligen Team-Kollegen Floyd Landis an die Adresse Armstrongs, der zahlreiche Manipulationsvorwürfe in seiner langen Karriere stets von sich wies und zum größten Teil juristisch verfolgen ließ.

Der geheilte Krebspatient versteht in gewisser Weise den Argwohn, den sein Tour-Rekord ausgelöst hätte. Er schreibt seinen außergewöhnlichen Erfolg allerdings einer «völlig geänderten Auffassung» seines Sports zu. «Wir haben die Art zu trainieren revolutioniert, die Art, Moral in einem Team aufzubauen, Rennen zu fahren und den Sport zu verkaufen», sagte Armstrong, der bei dem hochkarätig besetzten Rennen in Australien nicht auf seinen Nachfolger als Toursieger, Alberto Contador, trifft. Der Spanier ist wegen der laufenden Doping-Anklage suspendiert.

Sein letztes Rennen im Ausland würde Armstrong nicht nostalgisch stimmen, erklärte der angehende Rad-Rentner, der im Vorjahr das Kapitel Tour de France mit einem wenig schmeichelhaften 23. Rang beendet hatte. «Ich gehe und weiß, dass ich mein Bestes gegeben habe - dafür muss mir keiner einen Pokal überreichen», sagte Armstrong auf einer Pressekonferenz. «Es wäre ein Fehler, der Radsportzeit nachzutrauern, wo ich doch viel größere Geschichten vor mir habe», erklärte er ohne ins Detail seiner Pläne zu gehen.

Als bei der Pressekonferenz die Sprache auf die laufenden Ermittlungen gegen ihn kam, beendeten Armstrongs Betreuer die Veranstaltung abrupt. Vorher hatte der Radprofi via Twitter verkündet, aus eigenen Mitteln 50 000 Dollar für die Flutopfer in Queensland zu spenden. Zudem rief er seine Fan-Gemeinde über das Sozialnetzwerk Twitter auf, bei einer Breitensportveranstaltung Solidarität zu bekunden. Den «Twitter Ride» im letzten Jahr in Glenelg absolvierten 5 000 Teilnehmer.

Die Tour Down Under - Titelverteidger ist André Greipel aus Hürth - wird eingeleitet durch ein 51 Kilometer-Kriterium am 16. Januar, das Sechs-Etappenrennen beginnt dann offiziell am Dienstag.

Leserkommentare (1)


() Registrierte Nutzer