Berlin (dpa) - Angesichts der jüngsten Dopingenthüllungen 15 Jahre nach der Tour de France 1998 hat sich der deutsche Leichtathletik-Verbandschef Clemens Prokop für längerfristige Konsequenzen ausgesprochen.

Die Verjährungsfrist für Dopingvergehen sollte verlängert werden, «und zwar idealerweise auf 20 Jahre», sagte der DLV-Präsident der Mittelbayerischen Zeitung. Die derzeitige Acht-Jahres-Frist greife zu kurz. Statt zwei sollten fünf olympische Zyklen im Code der Welt-Anti-Doping-Agentur verankert werden.

Durch eine verlängerte Verjährungsfrist verspricht sich Prokop eine höhere Verunsicherung bei gedopten Athleten. «Sportbetrüger könnten sich sehr, sehr lange Zeit nicht mehr sicher sein, dass sie nicht doch dank verfeinerter Analysemethoden entdeckt werden», erklärte er der Zeitung.

Der DLV-Präsident forderte zudem, «systematisch alle eingefrorenen Blut- und Urinproben der Olympischen Spiele von Peking 2008 nachzuuntersuchen.» Außerdem wies er daraufhin, dass auch in Mannschaftssportarten verstärkt kontrolliert werden sollte.

In einem Anti-Doping-Bericht des französischen Senats waren zahlreichen Radprofis, darunter Jan Ullrich, Marco Pantani, Erik Zabel, Mario Cipollini und Laurent Jalabert, positive EPO-Proben von der Tour de France 1998 zugewiesen worden. Der Radsport-Weltverband UCI schloss nach der Veröffentlichung des Berichts nachträgliche Disziplinarverfahren gegen die betroffenen Fahrer aus.

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