Was sind das für Zeiten? Da rufst du nach getaner Arbeit um 23 Uhr zu Hause in Deutschland in der Redaktion an und bekommst einen "schönen guten Morgen" gewünscht. Zeitverschiebung heißt das Phänomen, das hier in Vancouver den Journalisten aus der halben Welt Schlaf und Verstand raubt.

Es ist niedere Mathematik, aber jederzeit eine große Herausforderung: Wir sind hier neun Stunden hintendran. Das heißt also, wenn Sie um 16.23 Uhr Ihren Kaffee trinken, dann ist es hier in Vancouver . . . Sehen Sie, schon sind Sie kurz abgelenkt, ist wertvolle (Arbeits-)Zeit vergeudet. Vollprofis wie wir lösen das Problem mit zwei Uhren: Links tickt die Heimat, rechts Olympia. Jetzt sollte man nur wissen, wo links und wo rechts ist - bitte liebe Frauen, nicht persönlich nehmen, ihr könnt schließlich nichts für eure genetisch bedingte Rechts-Links- Schwäche.

Nachts wird die Sache zugegebenermaßen diffizil. Man sollte bei einem schlaftrunkenen Blick auf die Uhr schon so zwei, drei Sinne beisammen haben. Denn es gibt einen himmelweiten Unterschied zwischen rechts und links - so mentalmäßig. Es kann belastend sein, kurz nach dem Aufstehen Feierabend zu haben und seine Arbeit erledigt haben zu müssen. Bei Olympischen Spielen spielt sich viel im Kopf ab, man kann also auch von den psychologischen Spielen reden. Deshalb machen wir uns jetzt ausgehfertig, rufen aber noch mal schnell in der Redaktion an, um den Kollegen der Frühschicht einen "schönen Feierabend" zu wünschen.

Eins noch, liebe Frauen. Wir Männer können nichts für unsere angeborene Multitasking-Schwäche. Anders kann Mann es sich nicht erklären, dass er den Valentinstag vergessen hat.

 

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