Garmisch-Partenkirchen (dpa) - Die Gegner der Ski-Wettbewerbe von Olympia 2018 in Garmisch-Partenkirchen haben Probleme, ihr geplantes Bürgerbegehren auf den Weg zu bringen.

Es finde sich niemand, der als offizieller Repräsentant auftreten wolle, sagte der Sprecher des Bündnisses «NOlympia» und Grünen-Landtagsabgeordnete, Ludwig Hartmann. «Wir brauchen zwei bis drei Personen aus Garmisch-Partenkirchen, die dahinter stehen und ihr Gesicht geben. Doch das ist schwieriger als gedacht.» Als Grund nannte Hartmann, dass die Anfeindungen gegen Landwirte, die ihre Flächen für die Winterspiele nicht zur Verfügung stellen wollten, in den vergangenen 14 Tagen stark zugenommen hätten.

Das Bündnis hatte in der vergangenen Woche angekündigt, ein Bürgerbegehren starten zu wollen. Sollte die notwendige Zahl der Unterschriften zusammenkommen - das sogenannte Quorum für die Zulassung eines Bürgerentscheides liegt bei acht Prozent der Wahlberechtigten -, müsste der Gemeinderat innerhalb eines Monats darüber entscheiden. Die Befragung aller Bürger müsste danach binnen drei Monaten über die Bühne gehen.

«Wir hoffen immer noch, dass wir das Bürgerbegehren hinkriegen», sagte der Kreisvorsitzende vom Bund Naturschutz in Bayern (BN), Axel Doering. «Aber ob das läuft oder nicht, ist momentan völlig offen.» In der Marktgemeinde herrsche eine Stimmung der Verunsicherung. «Es gibt einige kriminelle Drohungen, die dem einen oder anderen zugegangen sind.»

Erschwert wird das Vorhaben zudem durch ein rechtliches Problem: «Mit einem Bürgerbegehren darf man nicht zum Vertragsbruch aufrufen», sagte Doering. Allerdings habe Garmisch-Partenkirchen mehrere Olympia-Verträge unterzeichnet. «Ein Frage wie 'Sind Sie der Meinung, dass Garmisch-Partenkirchen alles rechtlich mögliche tut, um aus der Olympia-Bewerbung auszuscheiden?' ist da schon nicht möglich», sagte Doering. Nach Angaben von Hartmann sei das Bündnis bei dieser Frage jedoch «relativ weit». «Das ist lösbar», sagte Hartmann.

SPD-Landtagsfraktionschef Markus Rinderspacher zeigte sich dagegen überzeugt, dass ein mögliches Bürgerbegehren der Olympia-Gegner erfolglos wäre. «Die grüne Anti-Olympia-Polemik zeigt keine nennenswerte Wirkung», erklärte er. «Ein Bürgerbegehren in Garmisch- Partenkirchen würde sicher eine breite Mehrheit für Olympia 2018 ergeben.»

Die Entscheidung über die Vergabe der Olympischen Winterspiele 2018 fällt am 6. Juli bei der IOC-Vollversammlung im südafrikanischen Durban. Mit München bewerben sich Annecy in Frankreich und das südkoreanische Pyeongchang.

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