Deutscher Meister
Philipp Boy bei seiner Boden-Übung während des Mehrkampf-Wettbewerbs.

Philipp Boy bei seiner Boden-Übung während des Mehrkampf-Wettbewerbs.

dpa

Philipp Boy bei seiner Boden-Übung während des Mehrkampf-Wettbewerbs.

Göppingen (dpa) - Premiere für Boy, Reck-Show durch Hambüchen: Philipp Boy hat nach der Vize-Weltmeisterschaft und dem EM-Gold nun auch erstmals den nationalen Titel im Mehrkampf gewonnen.

Bei den deutschen Turn-Meisterschaften in Göppingen setzte sich der Favorit mit 89,85 Punkten vor Titelverteidiger Marcel Nguyen (Unterhaching/87,95) und Eugen Spiridonov (Bous/85,35) durch. «Das war wie eine Erlösung für mich. Ich war aufgeregt und hatte Riesen-Herzklopfen. Umso schöner ist jetzt der Titel», sagte der neue Meister vom SC Cottbus.

Da auch Fabian Hambüchen zumindest an drei Geräten wieder absolute Weltklasse nachwies, dürfte er auf jeden Fall die ersten Drei der Titelkämpfe zur WM nach Tokio (7.- 16. Oktober) begleiten. Die Nominierung will Cheftrainer Andreas Hirsch am Sonntag bekanntgeben.

«Jetzt freue ich mich auf das große Reck-Duell im Finale», meinte Boy, der am Sonntag in fünf Gerätefinals steht und sich vor allem auf den Wettstreit am Reck mit Hambüchen freut. «Da werde ich noch eine Schippe drauflegen, damit ich mit Fabian mithalten kann», kündigte der Lausitzer an. Boy erwies sich vor 2500 Zuschauern eindeutig als stabilster Turner des Tages, obwohl auch er nach einer verwackelten Stützwaage an den Ringen Abzüge in Kauf nehmen musste.

Für Vorjahrsmeister Nguyen war Sechskampf-Gold im Prinzip schon nach dem zweiten Gerät außer Reichweite, nachdem er am Pferd absteigen musste. Da er auch seinen Sprung nicht stand, war das groß angekündigte Titel-Duell vorzeitig zugunsten von Boy entschieden. Barren-Europameister Nguyen schaffte es nach einer großen Aufholjagd mit Top-Übungen am Barren (15,90) und am Reck (15,60) wenigstens noch auf den zweiten Platz.

Hambüchen startete weniger gut, musste gleich zweimal das Pferd verlassen. «Das war ein Höllenritt, hinten raus bin ich verglüht», räumte Hambüchen ein. An seinem «Schokoladen-Gerät» brillierte der Ex-Weltmeister aber wieder und zog mit der Höchstpunktzahl von 16,35 Zählern als Topfavorit ins Finale ein. Dort könnte er am Sonntag zum siebten Mal in Serie den Titel holen. Auch am Barren als Zweiter (15,30) und den Ringen (14,55) wahrte der 23-jährige Hesse seine Titelchancen.

Wegen seiner operierten Achillessehne hatte Hambüchen auf Boden und Sprung verzichten müssen und konnte nicht in den Kampf um die Mehrkampf-Krone eingreifen. «Dem Fuß geht es schon wieder super. Ich brenne darauf, endlich wieder einen Mehrkampf zu bestreiten. Aber ich will nichts riskieren und Schritt für Schritt gehen», meinte Hambüchen.

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