Eine Stadt ist in Aufruhr, weil sie ihren verlorenen Sohn wiederbekommen hat. Am Donnerstag trainiert er erstmals in Köln.

Das Lachen ist zurückgekehrt bei Lukas Podolski, der wieder für den 1. FC Köln spielt.
Das Lachen ist zurückgekehrt bei Lukas Podolski, der wieder für den 1. FC Köln spielt.

Das Lachen ist zurückgekehrt bei Lukas Podolski, der wieder für den 1. FC Köln spielt.

dpa

Das Lachen ist zurückgekehrt bei Lukas Podolski, der wieder für den 1. FC Köln spielt.

Köln. Michael Meier hatte es schwer, auf das Podium vorzudringen. Eine Vielzahl von Fotografen versperrte dem Manager des 1. FC Köln den Weg, weil sie um einen Platz kämpften, an dem sie ihre Objektive auf Lukas Podolski ausrichten konnten. Rund 70 Journalisten und zwölf Kamerateams begleiteten die offizielle Vorstellung Podolskis als neuen FC-Spieler und sorgten für eine öffentliche Aufmerksamkeit, die ähnlich wohl nur Bundeskanzlerin Angela Merkel bei ihren Besuchen erzeugen kann.

Eine Stadt ist in Aufruhr, weil sie ihren verlorenen Sohn wiederbekommen hat. Einen 24-Jährigen ("Ich bin den Rummel gewohnt"), der die Hoffnung auf bessere und vielleicht sogar auf längst verblasste große Zeiten des Traditionsclubs mit bringt. Lukas Podolski ist zurück aus München, wo er drei Jahre zubrachte, die weder ihm noch dem FC Bayern geholfen haben. Und so wirkte seine Rückkehr zum FC, wo sein kometenhafter Aufstieg im Jahr 2003 begann, bereits im vergangenen Januar bei der Vertragsunterzeichnung wie eine Flucht in die glückliche Vergangenheit.

Da saß er nun, "der Poldi", der Angebote international agierender Klubs ablehnte, um für rund zehn Millionen Euro nach Köln zurückzukehren. "Ich freue mich, dass ich in der Heimat bin, und kann es kaum erwarten, dass es endlich losgeht", sagte er. Am Donnerstag (18 Uhr) beginnen die Kölner mit der Saisonvorbereitung, bei der über 10 000 Besucher im Stadion erwartet werden. Über seine weitestgehend verunglückte Münchner Vergangenheit wollte Podolski nicht sprechen, nur soviel: "Das war eine schwere Zeit, weil ich nicht viel gespielt habe. Aber ich habe sehr viel gelernt."

Nach dem Abgang von Trainer Daum ist er der einzige Popstar

Manager Meier, der sich mittlerweile auf seinen Platz vorgekämpft hatte, fand salbungsvolle Worte für den neuen FC-Spieler. "Er gibt uns das Gesicht, das wir brauchen. Auf dem Feld, aber auch außerhalb. Lukas symbolisiert Liebe und Fußball für den 1.FC Köln", sagte der Manager. Vor allem aber dürfte Podolski spätestens nach dem überraschenden Abgang von Trainer Christoph Daum in die Türkei die gesamte Aufmerksamkeit der Anhänger und der Medien auf sich versammeln. Der extrovertierte Trainer hätte als Katalysator für die neuen Hoffnungen dienen können. Nun muss der junge Podolski diese enorme Aufgabe alleine meistern und dem Erwartungsdruck standhalten.

Der Manager versuchte zu vermitteln, dass sowohl der Spieler als auch der Klub auf den Popstar-Status vorbereitet sind. "Wir haben bereits im Vorfeld darüber gesprochen und unsere Maßnahmen getroffen", sagte der Kölner Manager. Podolski grinste derweil und schaute sich aufmerksam um. Er weiß, dass er einen solchen heldenhaften Zustand nur in Köln erreichen kann. "Lukas soll unser Spiel verbessern, wir erwarten aber keine Wunderdinge" sagte Meier, während Lukas Podolski davon sprach, "mit dem FC vielleicht doch bald wieder in der Champions League zu spielen".

Dem Phänomen "Prinz Poldi" widmen sich Martin Klein und Jens-Martin Mickler in ihrem Buch "Poldi und Köln". Neben zahlreichen Bildern aus der Karriere von Lukas Podolski geht es zurück zu dessen Ursprüngen in Bergheim und Polen. Vorgestellt werden auch andere prominente Köln-Rückkehrer wie Hennes Weisweiler, Thomas Häßler, Pierre Littbarski und Christoph Daum, die alle beim FC ihre zweite Chance nutzten.

Martin Klein, Jens Martin Mickler: Poldi und Köln - eine Stadt und ihr Stürmer, Verlag Emons, 128 Seiten, 14,95 Eur

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