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Olaf Kupfer

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Sergej Lepke

Olaf Kupfer

In der vermeintlichen Nische hat Phil Taylor fast dreißig Jahre lang hervorragend leben können. Mehr noch: Der Ausnahmekönner hat dafür gesorgt, dass Darts diese Nische selbstbewusst verlassen hat.

Die WM quotenbewusst zwischen Weihnachten und Neujahr gelegt, wo in der ansonsten vollgepackten Sportwelt fast alles brach liegt, hat Darts sich zum Renner entwickelt. Weit mehr als zwei Millionen Menschen sahen bei Sport 1 das Finale, fieberten wie die Fans im ausverkauften Alexandra Palace (auch liebevoll Ally Pally genannt) in London mit und erheben damit die Kneipen-Sportart zum Kult. Das muss man nicht gut finden, aber man muss es respektieren. Wie eben auch diesen 57 Jahre alten Protagonisten, der 16 mal Weltmeister war und in der Nacht auf Dienstag in einer Weise nach einem verlorenen Finale mit dem neuen Weltmeister umging, wie das nur einer kann, der zufrieden auf ein rundes Lebenswerk blickt. Dass „The Power“, wie ihn die Anhänger nennen, nun unter dem Gesang vom „Taylor Wonderland“ steinreich in Rente gehen darf, obwohl er stets nur Pfeile warf, hätte er vor 30 Jahren selbst nicht geglaubt. Damals, als er als Bodybuilder einen Satz Pfeile geschenkt bekam. So fangen richtig gute Geschichten an. Jetzt schreiben andere sie weiter.

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