München (dpa) - Auf knapp 400 Seiten stellt die Münchner Bewerbergesellschaft in dem sogenannten Bid Book die Eckdaten der Bewerbung für die Olympischen Winterspiele 2018 vor. An diesem Dienstag wird das Bid Book dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) in Lausanne überreicht.

Das Bewerbungsdokument beantwortet Fragen zu 17 verschiedenen Themenbereichen wie Vision der Spiele, Olympisches Erbe, Kommunikation, Sport, Sportstätten, Verkehr, Unterbringung, Doping- Kontrollen, medizinische Betreuung, Sicherheit, Politik, Wirtschaft und Kultur. Das Bid Book soll darstellen, dass München, Garmisch-Partenkirchen und das Berchtesgadener Land in der Lage sind, hervorragende Olympische und Paralympische Winterspiele auszurichten.

Außerdem müssen mehr als 100 Garantien - gemeinsam oder einzeln vor allem von der Bundesrepublik Deutschland, dem Freistaat Bayern, der Landeshauptstadt München, der Marktgemeinde Garmisch- Partenkirchen und dem Landkreis Berchtesgadener Land - abgegeben werden. Denn das IOC erzielt zwar Milliardeneinnahmen aus der Fernsehvermarktung Olympischer Spiele, überträgt die finanziellen Risiken aber dem örtlichen Veranstalter.

Das Konzept von München 2018 geht dabei über die Anforderungen des IOC hinaus. München 2018 präsentiert sich mit einem athletenfreundlichen, innovativen und nachhaltigen Konzept. Dieses Konzept wird von einer IOC-Evaluierungskommission, die vom 28. Februar bis zum 4. März 2011 nach München kommen wird, auf Herz und Nieren geprüft. Die elf Mitglieder der IOC-Evaluierungskommission werden München als letzte der drei Bewerberstädte besuchen.

Das Bid Book sieht das sogenannte OCOG-Budget (OCOG = Organising Committee of the Olympic Games) vor, in dem alle Einnahmen und Ausgaben des Organisationskomitees für die unmittelbare Durchführung der Olympischen Spiele zusammengefasst werden. Hier wird mit einem Finanzierungsvolumen von 1,3 Milliarden Euro gerechnet. Das OCOG- Budget als reines Veranstaltungsbudget soll nahezu ausschließlich durch IOC-Zuschüsse, Sponsoring, Ticketverkauf und Lizenzen finanziert werden. Öffentliche Gelder sind nur im Umfang von 35 Millionen Euro als Zuschuss für die Durchführung der Paralympics vorgesehen.

Die Ausgaben der öffentlichen Hand (Bund, Land und Kommunen) und privater Investoren für dauerhaft genutzte Infrastruktur wie Sportstätten und die Verkehrsinfrastruktur werden im Non-OCOG-Budget des Bid Books auf ein Volumen in einer Spannbreite von 1,35 bis 1,84 Milliarden Euro geschätzt. Dazu zählen Straßen und Schienenwege, olympische Dörfer und Mediendörfer, Hotelkapazitäten, Sport- und Wettkampfstätten sowie das Umwelt- und Nachhaltigkeitskonzept. Alleine für Garmisch-Partenkirchen werden Verkehrsinfrastrukturmaßnahmen vorwiegend des Bundes von rund 500 Millionen Euro veranschlagt.

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