Die Doppel-Olympiasiegerin wirbt für München 2018 – und muss dabei viel Überzeugungsarbeit im IOC leisten.

Singapur. Doppel-Olympiasiegerin Katarina Witt betreibt bei den Olympischen Jugendspielen in Singapur Lobby-Arbeit für die Münchner Bewerbung um die Winterspiele 2018. Leichter wird ihre Aufgabe durch die Konflikte mit Umweltschützern in der Heimat allerdings nicht. Die Misstimmungen bleiben den Mitgliedern des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) nicht verborgen. "Sie fragen schon nach, was mit Garmisch-Partenkirchen ist", sagt die frühere Eiskunstläuferin.

Frau Witt, Sie werben in Singapur um die Sympathie der IOC-Mitglieder für die Münchner Olympia-Bewerbung für 2018. Sind Sie erfolgreich?

Kati Witt: Die IOC-Mitglieder müssen spüren, dass Leidenschaft dahintersteckt. Doch es geht bei den Nachfragen irgendwann in die Tiefe, dem muss man standhalten. Man muss zuhören und schauen, was den IOC-Mitgliedern wichtig ist. Ein Handbuch gibt es da nicht. Ich habe Glück, dass die Leute oft auf mich zukommen, weil sie mich als Sportlerin in Erinnerung haben. Der Faktor ist aber irgendwann weg.

Fühlen Sie sich als das "Gesicht" der Bewerbung?

Witt: Ich habe nicht das Gefühl, dass ich das Aushängeschild bin. Wir sind ein Team. Ich stehe in der Verantwortung und mit München 2018 immer stärker in der Pflicht. Und ich werde mich noch mehr engagieren.

"Es ist schwer, alle für die Idee zu begeistern. Wir müssen uns bemühen, die Menschen zu versammeln, die dafür sind."

Es ist zuletzt der Eindruck entstanden, dass Sie und Willi Bogner, dem Geschäftsführer der Bewerbungsgesellschaft, nicht mehr harmonieren. Gibt es einen Konflikt?

Witt: Wir haben ein gutes Verhältnis.

In der Heimat gibt es Gegenwind für die Bewerbung von Grundstückbesitzern und Umweltschützern. Macht dies ihre Aufgabe, die Winterspiele 2018 nach Deutschland zu holen, schwieriger?

Witt: Es ist schwer, alle für die Idee zu begeistern. Wir müssen uns bemühen, die Menschen zu sammeln, die dafür sind. Man muss versuchen, alle zu umarmen, aber das ist schwer.

Wird die Kritik in Deutschland an der Münchner Bewerbung auch im IOC wahrgenommen?

Witt: Die Mitglieder kennen die Bewertung und die Stärken der Münchener Bewerbung. Es ist bedauerlich, dass es im Sommer so hochgekocht ist. Es wird auch als Problem gesehen. Sie fragen schon nach, was mit Garmisch-Partenkirchen ist.

Werden Sie zukünftig noch mehr Energie in die Lobby-Arbeit für München investieren?

Witt: So wie ich mich als Athletin auf Olympia vorbereitet habe, werde ich mich auch auf die Bewerbung konzentrieren. Das muss man hundertprozentig machen. Wir werden Fernsehspots machen. Ich komme aus der Unterhaltung und weiß, wie man es macht. Wir haben eine großartige Chance.

Und wenn es klappt, wäre es für Sie wie der dritte Olympiasieg?

Witt: Nein. Es wäre ein anderes Aha-Erlebnis. Wir hätten dann etwas ganz Tolles geschafft.

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