Interview: Der Comedian Oliver Welke liebt Fußball und möchte möglichst viele Spiele sehen.

Düsseldorf. Oliver Welke ist vor allem als Comedian bekannt, doch er ist auch ein Fußballkenner. Welke ist sogar Botschafter seiner Heimatstadt Bielefeld, die ein Austragungsort der diesjährigen U-20-Frauen-WM ist. Er verriet uns, was ihm die WM in Südafrika bedeutet und wie er die Chancen Deutschlands einschätzt.

Herr Welke, schauen Sie sich die Fußball-WM mit dem Herzen des Kabarettisten oder des Sportjournalisten an?

Welke: Weder noch. Mit dem des Fans. Ich habe tatsächlich frei und muss weder analytisch gucken noch dabei nach Pointen suchen. Und das genieße ich sehr.

Mit welchem Ihrer Kollegen schauen Sie am liebsten Fußball?

Welke: Mit Oliver Kalkofe. Denn es unterhält mich jedes mal sehr, dass er während großer Turniere ernsthaft versucht so zu tun, als interessiere er sich für Fußball.

Wie sieht Ihr WM-Programm aus? Grillen Sie mit Freunden bei Pils, Chips und Fußball via TV?

Welke: Ich werde tun, was die Natur für uns vorgesehen hat während einer Fußball-Weltmeisterschaft. Also so viel wie möglich Fernsehen gucken.

An welches WM-Ereignis erinnern Sie sich nachhaltig?

Welke: An das Finale 2006 in Berlin. Ich war als normaler Zuschauer im Stadion und saß zufällig neben einigen japanischen Geschäftsleuten. Die sind dann aber kurz vor dem entscheidenden Elfmeterschießen einfach gegangen. Warum auch immer. Das hat mich damals geradezu schockiert.

Was haben sie gemacht, als Deutschland 1974 Weltmeister wurde? Und was haben sie 1990 erlebt, als Beckenbauers Team Weltmeister gegen Argentinien wurde?

Oliver Welke, geboren 1966 in Bielefeld, ist verheiratet und hat zwei Söhne. Vor seiner Comedy-Karriere wurde er als Moderator des Sat1-Fussballmagazins "ran" bekannt. Später nahm er den Platz von Rudi Carell in der Kultshow "Sieben Tage, sieben Köpfe" ein. Er hat Gastauftritte in der Comedy-WG "Schillerstraße" und moderiert seit vergangenem Jahr die satirische Nachrichtensendung "heute-show" im ZDF.

Welke: Was ’74 angeht, erinnere ich mich nur an sehr aufgeregte Eltern und Großeltern. 1990 habe ich das Finale mit Freunden in meiner Heimatstadt Gütersloh im Fernsehen gesehen. Selbst dort gab es nach dem Schlusspfiff Menschenmassen auf der Straße. Ich hätte bis dahin nie gedacht, dass wir Ostwestfalen doch so laut und emotional werden können.

Welcher deutsche Fußballer bringt Sie zum Lachen?

Welke: Der Schweinsteiger hat durchaus Humor und traut sich auch noch, er selber zu sein. Im Gegensatz zu vielen eher übervorsichtigen Kollegen.

Welcher deutsche Fußballer wäre der ideale Nachrichtenmoderator in der Heute-Sendung?

Welke: Schwer zu sagen. Wenn wir Ex-Fußballer mitrechnen, würde ich es dem ehemaligen Nationalspieler Mehmet Scholl jederzeit zutrauen.

Wie beurteilen Sie die deutschen WM-Chancen?

Welke: Insgesamt wohl eher so mittel.

Die interessanteste Mannschaft bei dieser WM ist . . .

Welke: Spanien. Weil alle gespannt sind, ob die nach der Europameisterschaft 2008 den nächsten Beweis antreten, dass man sowohl schön als auch abgeklärt spielen kann.

Kaufen Sie sich eine Vuvuzela?

Welke: Sind das diese lauten Teile? In keinem Fall, die nerven wie Sau!

Und was muss passieren, dass sie da während der WM doch mal so richtig ungehemmt reinblasen?

Welke: So viel Alkohol gibt´s gar nicht.

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