Borussia Dortmund besiegt Schlusslicht Hertha BSC knapp, aber verdient mit 2:0.

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Dortmunds Nuri Sahin bejubelt seinen Treffer zum 1:0.

Dortmunds Nuri Sahin bejubelt seinen Treffer zum 1:0.

dpa

Dortmunds Nuri Sahin bejubelt seinen Treffer zum 1:0.

Dortmund. Was nutzen die schönsten Statistiken, wenn eine Mannschaft bis ins Mark verunsichert bist? Relativ wenig. Die Antwort kann man sich in diesen Tagen prima bei Borussia Dortmund abholen. Trotz des 2:0 (0:0)-Sieges gegen Hertha BSC Berlin, der phasenweise mit wütenden Pfiffen von den Rängen begleitet wurde. Und der auch für eine Mini-Erfolgsserie des BVB in der Bundesliga sorgte (vier Spiele, zehn Punkte).

Noch nie hatte Trainer Trainer Jürgen Klopp bei einem Spiel gegen seinen Amtskollegen Friedhelm Funkel verloren. Nicht in der 1. Bundesliga und auch nicht in der 2. Liga. Egal, bei welchem Verein. Das sollte sich auch am Freitagabend nicht ändern. Zudem war Hertha BSC, der neue Klub von Funkel, in dieser Spielzeit auf fremdem Platz noch ohne Punkt geblieben. Was also sollte dem BVB vor 77000 nimmermüden Zuschauern passieren? Trotz des blamablen Pokal-Auftritts am Dienstag, über den sich ganz Fußball-Deutschland köstlich amüsiert hatte. Antwort: Weiche Knie und viele Zittermomente.

Die Partie stand unter dem Begriff Wiedergutmachung

Der Begriff der Wiedergutmachung war in dieser Woche bei der Vorausschau aufs Match gegen den Tabellenletzten fast überstrapaziert worden. Trainer Jürgen Klopp forderte sie, Stadionsprecher Norbert Dickel ebenfalls in einem leidenschaftlichen "Plädoyer" kurz vor dem Anpfiff. Sportdirektor Michael Zorc sprach sogar von "einer Schuld, in der die Mannschaft steht".

Problem: Zu spüren war davon erst nach der Pause etwas. Torhüter Romas Weidenfeller flog gleich mal an einer Flanke vorbei, Leonardo Dede torkelte nach 17 Minuten mit Schwindelgefühlen und Verdacht auf Gehirnerschütterung vom Platz. Und mit Orientierung hatte der Auftritt des BVB in der Anfangsphase auch wenig gemein. Es wurde das von vielen befürchtete Spiel: Dortmund, offensichtlich noch immer unter dem Osnabrück-Schock, brachte anfangs nichts zustande.

Berlin, zumeist tief gestaffelt im undurchlässigen 4:1:4:1-System, wollte nicht. So hielt sich das mit den Torchancen in höchst überschaubarem Rahmen. Mohamed Zidans Solo (32.) bewahrte die Riesenkulisse noch am ehesten vor dem kollektivem Einnicken. Der Ägypter geriet aber in Rücklage, schaufelte den Ball übers Tor. Über den Kasten ging auch der Kopfball von Mats Hummels nach Freistoß von Nuri Sahin (39.). Eine grausame erste Hälfte.

Gojko Kacar hatte die einzige echte Berliner Chance

Besser wurde es in der Folge bedingt. Nur dass man jetzt plötzlich auch die Hertha ein wenig auf der Rechnung haben musste, die durch Gojko Kacar zu ihrer ersten Torchance kam (52.). Symptomatisch, dass der erste Treffer des Tages durch einen Elfmeter fiel. Patrick Owomoyela war von Kacar im Strafraum zu Fall gebracht worden. Dortmunds Bester, Nuri Sahin, verwandelte den umstrittenen Strafstoß sicher (60.). Und für das erlösende 2:0 sorgte Lucas Barrios in der 90. Minute. Mit seinem fünften Treffer im fünften Pflichtspiel hintereinander. Jürgen Klopp war der Auffassung, dass "es insgesamt ein verdienter Erfolg für uns war". Damit war dann auch schon alles zu diesem Spiel gesagt.

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