Deutschlands Länderspiel-Gegner sucht einen Trainer. Erst einmal soll es aber der „Alte“ richten.

Düsseldorf. Der Name von Lothar Matthäus geisterte am Dienstag durch die Katakomben der Düsseldorfer Arena. Am Tag vor dem Fußball-Länderspiel zwischen Deutschland und Norwegen hatte die Osloer Zeitung "Verdens Gang" den Rekord-Nationalspieler als möglichen Nachfolger von Übergangs-Chefcoach Egil Olsen ins Gespräch gebracht.

Der 66-jährige Olsen machte nach dem Training der Norweger gute Miene zum merkwürdigen Spiel. "Mein Vertrag läuft zunächst für drei Testspiele bis zum 1. Dezember. Aber ich sehe mich nicht als Lückenbüßer", sagte Olson gestern. "Der norwegische Fußball-Verband hat wohl neue Ziele und will auf junge, hungrige Leute setzen. Ich selbst kenne Lothar Matthäus allerdings nicht und weiß auch nicht, ob er zu den Kandidaten gehört."

Aber vieles ist möglich, denn nicht selten, wenn in der Fußball-Welt ein Trainer-Posten vakant ist, wird der Name des 150-fachen Ex-Nationalspielers aus der Versenkung geholt. Derzeit ist Matthäus Trainer des israelischen Klubs Maccabi Netanya - gewiss keine Lebensaufgabe für den Fußball-Weltmeister von 1990.

"Wir haben 20 bis 30 Kandidaten auf einer Liste"

Der 47-Jährige ist seit seinem Trainer-Debüt 2001 (Rapid Wien) bereits auf seiner sechsten Station. Ob Matthäus nun im hohen Norden seine nächste Trainer-Station antritt, steht noch in den Sternen. "Ich habe keinen Kontakt nach Norwegen, ich bin Trainer in Netanya. Ich will das Ganze nicht weiter kommentieren", sagte er. Mehr wäre für eine Zukunft in Israel auch nicht förderlich.

"Wir haben 20 bis 30 Kandidaten auf einer Liste. Etwa 15 haben sich selbst angeboten. Zu diesem Namen gibt es keinen Kommentar", sagte NFF-Generalsekretärin Karen Espelung zur Matthäus-Diskussion. Möglich sei auch, dass der zunächst zum Interimstrainer bestellte Olsen bei einem Erfolg in der WM-Qualifikation weiter im Amt bleiben könnte. "Ich kann mir das durchaus vorstellen", sagte Olsen, den vor dem Spiel gegen Deutschland auch sportliche Sorgen beschäftigen. Sechs Stammspieler stehen nicht zur Verfügung. Norwegische Topleute wie John Carew (Aston Villa), John Arne Riise (AS Rom) und Steffen Iversen (Rosenborg Trondheim) fehlen ebenso wie Hogne Aarøy (Aalesund), Børre Steenslid (Viking Stavanger), dessen Frau ein Kind erwartet, und der verletzte Stürmer Daniel Fredheim Holm (Vålerenga Oslo).

"Das macht die Sache für uns nicht einfacher. Ich habe Deutschland gegen England und Wales gesehen. Die Mannschaft kann uns in der Defensive doch sehr unter Druck setzen", so Olsen, der als gewiefter Taktiker gilt.

Zwischen 1990 und 1998 führte der 66-jährige Norwegen als Nationaltrainer zweimal zur WM-Endrunde. Jetzt will er es zum dritten Mal schaffen. Allerdings ist die Aufgabe kaum lösbar. Norwegen steht als Weltranglisten-59. in der WM-Qualifikationsgruppe 9 sogar hinter Mazedonien und Island. Und bei seinem Debüt im Freundschaftsspiel gegen Deutschland gibt es heute sicherlich auch keine Geschenke.

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