Das 3:0 gegen Ungarn offenbart, wie sehr der Trainer noch am Team bastelt.

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Gute Laune in Budapest: Joachim Löw (v.l.), Psychologe Dieter Herrmann, Hans-Dieter Flick und Oliver Bierhoff.

Gute Laune in Budapest: Joachim Löw (v.l.), Psychologe Dieter Herrmann, Hans-Dieter Flick und Oliver Bierhoff.

Reuters

Gute Laune in Budapest: Joachim Löw (v.l.), Psychologe Dieter Herrmann, Hans-Dieter Flick und Oliver Bierhoff.

Eppan. Es war eine kurze Dienstreise, arm an Erkenntnissen. Als der Mannschaftsbus der Nationalmannschaft am Sonntag am frühen Nachmittag nach 24-stündiger Tour wieder auf das Gelände des Hotels Weinegg in Eppan bog, hatte die DFB-Auswahl einen sicheren 3:0-Testspielerfolg in Budapest im Gepäck.

Die Ungarn gefallen sich in der Rolle der Statisten

Doch genau zwei Wochen vor dem WM-Auftakt gegen Australien gilt die Budapest-Reise eher als Muster ohne Wert. Selten hat ein Bundestrainer vor einem Turnier mit so vielen Unwägbarkeiten zu kämpfen gehabt, selten war ein vorletzter WM-Test so sehr ein Puzzlespiel wie im Ferencz-Puscas-Stadion.

"Dass die Spieler Qualität und Potenzial haben, war häufig zu sehen. Wie aber gerade die jungen Spieler mental mit einer Weltmeisterschaft fertig werden, ist eine andere Sache", sagte Joachim Löw nach dem Spiel.

Mit einem äußerst schmeichelhaften, von Lukas Podolski verwandelten Elfmeter hatte seine Mannschaft früh (4.) ins Spiel gefunden. Das in der Folge streckenweise sehenswert kombinierende DFB-Team suchte häufig den Weg nach vorn über den "One-Touch-Fußball". Doch so leicht wie in Budapest wird es in Südafrika nicht wieder sein, denn die Ungarn gefielen sich in der Rolle der Statisten.

Als nach der Pause der eingewechselte Marko Marin seiner WM-Bewerbung den Stempel aufdrückte, war der klare Sieg durch die nachfolgenden Tore von Mario Gomez (65.) und Cacau (73.) in trockenen Tüchern.

Es gab insgesamt eine muntere Job-Rotation, die als Höhepunkt den nicht wirklich überzeugenden Lukas Podolski sogar im defensiven Mittelfeld sah.

Cacau scheint Klose den Rang abzulaufen

An Miroslav Klose lief das Match vorbei - für sein Spiel ist die Nationalmannschaft noch nicht wieder zum erhofften Gesundbrunnen geworden. Löw war clever genug, den im vergangenen Jahrzehnt auch effektivsten Spieler nicht zum Kapitän zu machen.

Derzeit hat ihm der Stuttgarter Cacau den Rang als Stürmer Nummer eins abgelaufen; ob Löw den gebürtigen Brasilianer gegen Australien tatsächlich bringt, hängt vom letzten WM-Test am Donnerstag in Frankfurt gegen Bosnien-Herzegowina ab: Bleibt Klose auch dort blass, wird die Stunde von Cacau am 13. Juni schlagen.

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