Der Kapitän und der Bundestrainer haben ihren Konflikt hinter sich.

Entschieden auf Kooperationskurs: Michael Ballack vom FC Chelsea.
Entschieden auf Kooperationskurs: Michael Ballack vom FC Chelsea.

Entschieden auf Kooperationskurs: Michael Ballack vom FC Chelsea.

dpa

Entschieden auf Kooperationskurs: Michael Ballack vom FC Chelsea.

Düsseldorf. Michael Ballack ist im neuen Jahr zum Diplomaten geworden. Der Disput zwischen dem Kapitän der deutschen Fußball-Nationalmannschaft und Bundestrainer Joachim Löw wirkt zwar immer noch nach. Aber Interesse an einer erneuten Konfrontation gibt es vor dem morgigen Länderspiel gegen Norwegen (20.30 Uhr/ARD) offenbar nicht.

Dass Ballack nicht erneut Öl ins Feuer des Konflikts gießen wollte, verdeutlichte seine Antwort auf die Frage, mit wem er gegen Norwegen am liebsten im Mittelfeld zusammenspielen würde. "Ich habe keine Wünsche. Das ist Sache des Trainers", sagte der 89-malige Nationalspieler ungewohnt zurückhaltend. Ballack hatte sich sonst immer für Torsten Frings stark gemacht.

"Oberste Priorität hat die WM-Qualifikation, und erreicht haben wir eigentlich noch nichts."

Michael Ballack

Vielmehr hob Ballack, der zuletzt im November beim 1:2 gegen England gefehlt hatte, die sportlichen Ziele im Jahr ohne Welt- oder Europameisterschaft hervor: "Oberste Priorität hat die Qualifikation für die WM, und wir haben eigentlich noch nichts erreicht."

Für den Bundestrainer sind die Probleme mit seinem Kapitän längst ausgeräumt. "Das Thema ist abgehakt", sagte Löw in Düsseldorf und klammerte bei seiner Neujahrsansprache die Querelen des letzten Jahres ganz bewusst aus. Andererseits machte der Bundestrainer deutlich, dass er auch künftig nicht davor zurückschrecken würde, einen etablierten Spieler wie Frings auf die Bank zu setzen:

"In meiner Trainerzeit habe ich immer nur Entscheidungen getroffen, von denen ich in dem Moment absolut überzeugt war. Und dabei bleibt es. Entscheidend ist die Form." Ganz zahm wollte sich Diplomat Michael Ballack ("Von dem Streit ist nichts hängengeblieben. Aber ich bereue meine Kritik nicht") aber dann in Düsseldorf doch nicht geben.

Kritisch äußerte er sich zum neuen Anti-Doping-Meldesystem für die Nationalspieler: "Da wird massiv ins Privatleben eingegriffen." Seit Jahresbeginn müssen die Nationalspieler für jeweils 90 Tage fortlaufend ihren Aufenthaltsort bei der Nationalen Anti-Doping Agentur Nada melden. "Das ist auf jeden Fall kritisch zu sehen", sagte Ballack.

Die Nationalspieler sind der Kategorie 2 zugeordnet, die eine Meldepflicht im Vierteljahres-Rhythmus vorsieht. Bundesliga-Spieler befinden sich in der Kategorie 3, in der nur die Mitteilung des Aufenthaltsortes der Mannschaft vorgeschrieben ist.

Sportler der Kategorie 1 müssen für jeden Tag für mindestens eine Stunde präzise mitteilen, wo sie anzutreffen sind. Verpasste Tests hatten im Eishockey für Negativ-Schlagzeilen gesorgt. Prominentester Fall war der Berliner DEL-Profi Florian Busch.

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