Vorfahrt
Sebastian Vettel wird seinen Red-Bull-Wagen vor dem Brandenburger Tor steuern.

Sebastian Vettel wird seinen Red-Bull-Wagen vor dem Brandenburger Tor steuern.

dpa

Sebastian Vettel wird seinen Red-Bull-Wagen vor dem Brandenburger Tor steuern.

Berlin (dpa) - Sebastian Vettel will nun auch die Hauptstadt erobern. «Wir werden Berlin rocken», kündigte der Weltmeister an.

Die Kulisse für den jüngsten Titelträger der Formel-1-Geschichte könnte historischer kaum sein. Auf der Straße des 17. Juni wird Vettel beim Feier-Boxenstopp am Samstag in seinem 750-PS-Red-Bull-Renner Gas geben.

«Eigentlich könnte man glauben, dass ich mir in diesem Jahr schon so ziemlich jeden Wunsch erfüllt habe, aber da gibt es noch etwas, das ich gerne machen würde», schrieb Vettel auf seiner Homepage. Und 13 Tage nach dem Sensationserfolg in der Wüste ist es in der allerdings winterlich-kühlen Hauptstadt soweit: «Ich wollte schon immer mal ein paar Runden durch Berlin drehen und am Samstag kann ich mir diesen Wunsch endlich erfüllen.»

Vettel, der Rastlose, der aus dem Feiern gar nicht rauskommt und weiter auf vollen Touren durch die Republik reist: Am Samstagabend und Sonntag ist der Heppenheimer der Star des Race of Champions in Düsseldorf. Der Stopp an der Spree ist für Vettel eine Herzensangelegenheit. «Ich möchte damit einfach all meinen Fans zu Hause in Deutschland für ihre Unterstützung danken und ihnen die Möglichkeit geben, den RB6 einmal hautnah zu erleben und mit mir den Titel zu feiern», meinte der hessische PS-Weltenbummler.

Einen weiteren Grund zum privaten Anstoßen lieferten die Bürger seiner Wahlheimat Kemmental im Schweizer Kanton Thurgau. Mit großer Mehrheit votierten sie für Pläne, nach denen Vettel auf seinem Anwesen ein Schwimmbad und einen Tennisplatz bauen will. Diese liegen teilweise in einem Landschaftsschutzgebiet. Zur Überraschung aller saß Vettel selbst bei der Abstimmung mitten unter den Bürgern.

Und auch am 27. November wird er vor allem wieder einer von allen sein wollen. Einmal dort feiern, wo sonst bei Fußball-Weltmeisterschaften zigtausende Fans ihre Idole anfeuern. Zusammen mit Sänger Smudo von den Fantastischen Vier, die jüngst ein Konzert in der Hauptstadt gaben, und dem mehrfachen Stuntmotorrad-Weltmeister Chris Pfeiffer wird Vettel Berlin zwei Stunden in ein PS-Mekka verwandeln: Roadshow, Interview, Autogramme. Das volle Programm, das auch die Marketing- Maschine seines Arbeitgebers voll in Gang hält.

Am 21. November wurde Vettel in Heppenheim, seiner rund 25 000 Einwohner zählenden Heimatstadt, begeistert empfangen. Nun ist Deutschlands Metropole dran. Zwischen dem Brandenburger Tor und der Yitzhak-Rabin-Straße wird für zwei Stunden von 12.00 Uhr bis 14.00 Uhr der Geruch von Gummi auf Asphalt und der Lärm von mehreren hundert PS-starken Motoren liegen - ob Vettel Winterreifen aufziehen muss, wird sich aber noch zeigen.

Dabei kommt der Boxenstopp in Berlin durchaus überraschend. Am Freitag dürfte er bei einer Pressekonferenz in Düsseldorf sein, am Wochenende ist er an selber Stelle dann beim Race of Champions im Einsatz. Fünf Stunden nach der Show auf den Straßen der Hauptstadt will der 23-Jährige zusammen mit seinem 18 Jahre älteren Formel-1-Rivalen und Kumpel Michael Schumacher den vierten Sieg in Serie beim Nations Cup einfahren.

Red Bull blieben nur wenige Tage seit Vettels Triumph am 14. November, um das Event gemeinsam mit der Stadt Berlin auch unter den notwendigen Sicherheitsaspekten unter Dach und Fach zu bringen, damit nun auch Vettel singen kann: Berlin, Berlin, ich fahre nach Berlin.

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