Berlin (dpa) - Allzu viele Sorgen hat Sebastian Vettel trotz des misslungenen Testfinales nicht im Gepäck für die längste Dienstreise der Formel-1-Saison.

«Es gibt nicht viele Jahre, in denen Du Dir zehn von zehn Punkten geben kannst, weil es wahrscheinlich ist, dass Du vorsorglich mal unterbrochen oder gestoppt wirst», betonte Vettel. Dass bei ihm und seinem Red Bull am letzten der zwölf Testtage meistens Leerlauf herrschte, bringt den Doppelweltmeister nicht aus der Fassung. «Alles in allem, denke ich, dass wir ziemlich glücklich sein können mit dem, was wir diesmal geschafft haben.»

Am Montag weilte Vettel schon wieder in der Fabrik in England. Am Wochenende macht sich der Wahl-Schweizer auf den Weg nach Melbourne. Bis dahin und auch dort ist weiteres Training für Körper und Geist angesagt. Am Auto kann er nicht mehr viel machen. Die Rennwagen werden ebenfalls Ende der Woche nach Australien geflogen. Großartige Veränderungen sind kaum drin, selbst bei denen, die es nötig hätten.

Wie der Ferrari. «Im Rennen um das Podium in Melbourne? Derzeit würde ich Nein sagen», bekräftigte Technikchef Pat Fry auf der Internetseite der Scuderia. «Wir haben eine Menge Arbeit vor uns.» Derartige Misstöne sind von den Top-Teams kurz vor dem WM-Start nur aus Maranello zu vernehmen.

Wohl auch ob der angespannten eigenen Situation deutete Fry an, dass es wegen Red Bull möglicherweise noch zu einem Streit in Sachen Regelauslegung kommen könnte. «Das ist eine Frage für Charlie Whiting», meinte Fry unter Verweis auf den Renndirektor des Automobil-Weltverbandes und die neue Auspuffvariante am Red Bull R8 von Vettel und dessen australischem Teamkollegen Mark Webber.

Ob Red Bull 2012 wieder so das Maß der Dinge sein wird wie im Vorjahr, wird bezweifelt. Die Konkurrenz hat nach den bisherigen Eindrücken Boden gut gemacht. Und das Upgrade für den RB8 war nicht auf Anhieb der absolute Volltreffer, nachdem Vettel wegen eines Getriebeproblems nur 23 Runden auf dem Circuit de Catalunya hatte drehen können. «Sicher ist nur, dass das Feld viel enger zusammenliegt. Ich erkenne keine großen Abstände», sagte Mercedes-Teamchef Ross Brawn laut auto, motor und sport.de. «Es ist schwer zu sagen», meinte Red-Bull-Amtskollege Christian Horner zu den Aussichten des eigenen Teams.

Für Starpilot Vettel beginnt auf jeden Fall so langsam der Countdown für die Hattrick-Mission. Während seine Landsleute Michael Schumacher und Nico Rosberg die Reise nach Down Under bereits Mitte der Woche antreten, steht für Vettel noch eine Medienveranstaltung auf dem Programm. Dann heißt es Koffer packen für das erste Rennen auf dem Weg zum angestrebten dritten Titel nacheinander.

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