Motorsport-Größe
Hans-Joachim Stuck feiert am 1. Januar 2011 seinen 60. Geburtstag.

Hans-Joachim Stuck feiert am 1. Januar 2011 seinen 60. Geburtstag.

dpa

Hans-Joachim Stuck feiert am 1. Januar 2011 seinen 60. Geburtstag.

Berlin (dpa) - Selbst auf Schlaf würde Hans-Joachim Stuck für seine PS-Leidenschaft verzichten. «Man könnte mir keinen größeren Gefallen tun, als mich nachts um drei Uhr zu wecken und zu sagen: Da steht ein RS6 vor der Tür, fahr damit nach Monaco», sagte der ehemalige Formel-1 und DTM-Pilot.

Nur eines hat sich mittlerweile geändert: «Jetzt ist es einfach Spaß, es gibt keinen Druck mehr», erklärte «Striezel» Stuck, der am Neujahrstag seinen 60. Geburtstag feiert, in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Den Ehrentag selbst will der PS-Haudegen «im kleinen Kreis genießen». Ein paar Tage später steigt die etwas größere Party. «Aber nicht auf einer Burg oder so, sondern in einer Hütte - so wie man mich kennt», betonte der Bayer und lacht. Stuck mag's zünftig.

Dass er seinen Geburtstag zweimal feiert, hat allerdings nichts mit den Ereignissen im vergangenen Sommer zu tun. Am 3. Juli war er auf der legendären Nordschleife des Nürburgrings bei einem Langstreckenrennen verunglückt, fünf Wochen später musste in einer Notoperation ein Blutgerinnsel im Kopf entfernt werden. «Der Unfall hat schon einiges bewegt, er hat zum Nachdenken angeregt», sagte Stuck.

Stuck hat sich prima erholt und an seiner Fitness gearbeitet. Denn der 74-malige Formel-1-Starter hat weiter ein ganz besonderes sportliches Ziel vor Augen: Stuck mal drei. Mit seinen beiden Söhnen Johannes-Emanuel und Ferdinand-Alexander will er bei einem 24- Stundenrennen an den Start gehen.

«Es ist aber nicht leicht, Sponsoren zu finden», betonte Stuck, der seit Januar 2008 als Repräsentant Motorsport des Volkswagen Konzerns unterwegs ist. Das Thema Formel 1 taucht dabei freilich auch immer wieder mal auf. «Es gibt keine bessere Plattform», meinte Stuck, schränkte aber auch ein, dass man den Motorsport nicht zum Selbstzweck betreiben dürfe. «Man muss wissen, worauf man seine Jetons setzt.»

Stuck wusste es schon oft. Auch wenn in der «Königsklasse» der erhoffte Sieg ausblieb und als beste Platzierungen zwei zweite Ränge (1977) zu Buche stehen, erwies sich der Spross des einstigen Bergchampions Hans Stuck als erfolgreicher Fahrer. Zweimal gewann der den 24-Stundenklassiker in LeMans, sogar dreimal auf dem Nürburgring. 1990 krönte sich Stuck zum deutschen Tourenwagenmeister.

Da müsste doch insgeheim der Wunsch aufkommen, sich als gleichaltriger mit einem Formel-1-Weltmeister wie Landsmann Sebastian Vettel noch einmal messen zu können, oder? «Nee», antwortet Stuck spontan, der Vettel aus der gemeinsamen Arbeit bei BMW bestens kennt. «Die Zeit, die ich in der Formel 1 hatte, war unheimlich spannend», betonte Stuck, der von 1974 bis 1979 angetreten war. «Ich habe das sehr genossen.»

Kein Wunder, war ihm das Rennfahren doch mit in die Wiege gelegt worden. Mit neun Jahren lehrte ihm der Papa das Autofahren. Den Wagen bekam er dann prompt zum zwölften Geburtstag geschenkt. Um mit 16 Jahren den Führerschein zu bekommen, wurde eine Sondergenehmigung fällig. 44 Jahre später ist die Leidenschaft fürs Autofahren bei dem Wahl-Tiroler, der auch schon bei Truck-Rennen Gas gab, nicht erloschen. Dafür muss er nicht mal nachts bis nach Monaco.

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