Michael Schumacher hat sich in Valencia den dritten Platz gesichert. Foto: Valdrin Xhemaj
Michael Schumacher hat sich in Valencia den dritten Platz gesichert. Foto: Valdrin Xhemaj

Michael Schumacher hat sich in Valencia den dritten Platz gesichert. Foto: Valdrin Xhemaj

Fernando Alonso begießt seinen Sieg in Valencia bei der Siegerehrung mit einem großen Schluck Champagner. Foto: Manuel Bruque

Der Sieger verteilt den Schampus natürlich auch großzügig. Foto: Manuel Bruque

Sebastian Vettel (r) hat mit seinem Red Bull einen guten Start erwischt. Foto: Biel Alino

Bis zu seinem Ausscheiden hatte Sebastian Vettel (r) in Valencia gefürht. Foto: Valdrin Xhemaj

Nach seinem Ausscheiden beantwortet Sebastian Vettel Fragen. Foto: Biel Alino

Fernando Alonso hat sich in Valencia den Sieg beim Grand Prix Europa gesichert. Foto: Biel Alino

Der gut im Rennen liegende Lewis Hamilton hat in der letzten Runde einen Podestplatz verloren. Foto: Biel Alino

Der gut im Rennen liegende Lewis Hamilton hat in der letzten Runde einen Podestplatz verloren. Foto: Biel Alino

dpa, Bild 1 von 9

Michael Schumacher hat sich in Valencia den dritten Platz gesichert. Foto: Valdrin Xhemaj

Valencia (dpa) - Sebastian Vettel schmiss seine Handschuhe wutentbrannt in die Leitplanken und feuerte verbal noch gegen die Rennleitung, da startete Michael Schumacher zu seiner famosen Schlussoffensive beim Ausfallfestival von Valencia.

Der Formel-1-Rekordweltmeister raste beim spektakulären Großen Preis von Europa auf den dritten Rang und damit erstmals seit dem 1. Oktober 2006 aufs Podest. «Wow», rief Schumacher seiner Crew noch im Mercedes euphorisch per Boxenfunk zu, während Vettel nach seinem vorzeitigen Aus in Runde 34 zur bitteren Erkenntnis kam: «Das ist scheiße gelaufen.»

Denn die WM-Führung war so nahe, der Sieg praktisch sicher für den Heppenheimer. Offenbar ein Problem mit der Lichtmaschine machte aber alle Hoffnungen zunichte. Stattdessen überquerte Lokalmatador Fernando Alonso als Erster das Ziel und führt nun in der WM mit 111 Punkten. Der Sieger aus Spanien ließ seinen Ferrari - angeblich wegen eines technischen Problems - mitten auf der Strecke stehen, breitete vor seinen jubelnden Fans die Nationalflagge aus und genoss mit Tränen in den Augen die Ovationen seiner Landsleute. «Es ist schwer, in Worte auszudrücken, was ich gerade fühle», sagte Alonso. «Es ist vielleicht der schönste Sieg, den ich erlebt habe.» Auf Rang zwei kam Ex-Weltmeister Kimi Räikkönen im Lotus.

Vettel fehlte auf dem Podest, dabei hatte er von der Pole aus das Rennen wie im Vorjahr bestimmt. Ohne Probleme steuerte der Heppenheimer im Hafen von Valencia seinem Hattrick entgegen. Nach einer Safety-Car-Phase, die das Gemüt von Vettel in Wallung brachte, blieb sein Wagen aber liegen. Waghalsig schoben die Streckenposten den Red Bull vom Asphalt, während die Konkurrenten vorbeischossen. «Das Safety Car hat uns in gewisser Weise das Genick gebrochen», sagte Vettel. Das hätte man hätte sich sparen können, schimpfte er.

Das Safety Car wurde von der Rennleitung auf den 5,419 Kilometer Kurs geschickt, nachdem Jean-Eric Vergne bei einem tölpelhaften Überholmanöver mit seinem Toro Rosso den Caterham von Heikki Kovalainen berührt hatte. Der Franzose bekam eine Geldstrafe von 25 000 Euro und muss beim kommenden Renen in Silverstone zehn Plätze in der Startaufstellung zurück.

Wegen der Teile auf der Strecke wurde das Safety Car rausgeschickt. Vettels Vorsprung von rund 20 Sekunden war dahin. Als es wieder richtig losging, bockte Vettels «Abbey». Vermutet wurde, dass die Lichtmaschine nicht mehr funktionierte. Vettels erster Ausfall in dieser Saison machte den Weg für den zweimaligen Titelträger Alonso frei. Als Vettel stehen blieb und der Lokalmatador die Führung übernahm, rissen die spanischen Zuschauer die Arme nach oben und schwenkten bereits die Nationalfahne. Alonso, der nur von Platz elf gestartet war, ließ sich die Chance bei dem Rennen nicht nehmen und schaffte seinen ersten Sieg in Valencia.

In der außerordentlich hektischen Schlussphase verabschiedeten sich aber noch weitere Fahrer. Zuerst erwischte es Romain Grosjean auf Platz zwei liegend. Sein Lotus wird wie der Red Bull von einem Renault Motor angetrieben. Auch bei dem Franzosen wurde eine defekte Lichtmaschine vermutet. Dann erwischte es auch noch den als WM-Spitzenreiter nach Spanien gereisten Lewis Hamilton. Er kollidierte im McLaren mit dem Williams von Pastor Maldonado.

Und so schlug nach 2093 Tagen die Podeststunde für Schumacher, auch wenn er auf die endgültige Bestätigung über drei Stunden warten musste. Nachdem Red Bull einen Regelverstoß bei dem Deutschen vermutet hatte, entschieden die Rennkommissare pro Schumacher. Dass er den verstellbaren Heckflügel in einer Gelbphase benutzt hatte, war sekundär, für ihn sprach, dass er die Geschwindigkeit eingehalten hatte. Und so hatte die Einschätzung von Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug weiter Bestand: «Das ist ein historischer Moment.»

Dabei war Schumacher nur von Platz zwölf aus gestartet, nachdem er in der Qualifikation gepatzt hatte. Er habe nie an einen Platz auf dem Podium gedacht, gab Schumacher zu. «Ich habe nach der Zieldurchfahrt meine Jungs gefragt, wo ich gelandet bin. Die haben mir dann gesagt: Du bist Dritter.»

Sein Teamkollege Nico Rosberg wurde Sechster, noch einen Platz davor reihte sich der Emmericher Nico Hülkenberg im Force India ein. Timo Glock hatte hingegen das mit Abstand packendste Rennen in Valencia verpasst. Er war wegen einer Darm-Infektion schon auf dem Weg nach Hause, als Vettel ausschied, Schumacher jubelte und Alonso nach 308,883 Kilometer und 1:44:16,649 Stunden triumphierte. In der WM führt der Spanier nun mit 111 Punkten vor dem Valencia-Vierten Mark Webber im zweiten Red Bull (91), Hamilton (88) und Vettel (85).

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