Ingolstadt (dpa) - Audi hat sich für die Motorsportsaison 2011 hohe Ziele gesetzt. Der bayerische Automobilkonzern strebt beim Langstreckenklassiker Le Mans mit einem neuen Modell den zehnten Sieg an.

Im Deutschen Tourenwagen Masters soll nach der diesjährigen Niederlage gegen Mercedes mit dem bewährten A4 DTM der Titel zurückgeholt werden. Zudem arbeiten die Ingenieure schon fieberhaft am intern R17 genannten Nachfolger für 2012.

Der neue Audi R18 wurde als geschlossenes Coupé gezielt für das 24-Stunden-Rennen entwickelt. «Aerodynamische Effizienz ist in Zukunft in Le Mans noch wichtiger als in der Vergangenheit», sagte Motorsportchef Wolfgang Ullrich bei der Vorstellung des Rennwagens und des sportlichen Engagements am Freitagabend im Audi-Sportpark in Ingolstadt. «In dieser Hinsicht hat ein geschlossenes Fahrzeug klare Vorteile. Unsere Computer-Simulationen wurden im Windkanal und bei den ersten Testfahrten auf der Rennstrecke bestätigt.» Im kommenden Jahr wird Audi erstmals seit 1999 in Frankreich wieder mit einem geschlossenen Coupé antreten.

Erneut setzt die Marke mit den vier Ringen ein Dieselfahrzeug ein. Wegen der nun vorgeschriebenen erheblich kleineren Triebwerke hat sich Audi für einen V6-TDI-Motor mit 3,7 Litern entschieden. «Der TDI ist aus unserer Sicht noch immer die effizienteste Technologie», sagte Ulrich Baretzky, der Leiter der Motorenentwicklung bei Audi Sport. Das Kohlefaser-Monocoque des R18 ist aus einem Stück. Üblicherweise werden geschlossene Le-Mans-Prototypen aus zwei Hälften zusammengesetzt. Beim Sechs-Stunden-Rennen im belgischen Spa- Francorchamps am 8. Mai soll der neue Audi seine Premiere feiern.

Hauptsächlich wegen großer Probleme mit den Reifen verlor Audi in diesem Jahr den DTM-Zweikampf mit Mercedes nach zuletzt drei Titelgewinnen in Serie unerwartet deutlich. Deshalb richten die Ingenieure einen Arbeitsschwerpunkt im Winter auf die Entwicklungsarbeit mit dem neuen Reifenpartner. «Die Reifen waren 2010 ein ganz entscheidendes Thema, durch das wir gegenüber unserem Wettbewerber etwas ins Hintertreffen geraten sind», sagte Martin Mühlmeier, der Leiter Technik bei Audi Sport. «Das darf sich nicht wiederholen.»

Die Bayern planen wieder den Einsatz von neun A4 DTM mit den bewährten Teams Abt Sportsline, Phoenix und Rosberg. Der Fahrerkader soll erst im Januar bekanntgegeben werden.

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