Trainer Stelian Moculescu wird Cheftrainer von Österreichs Beachvolleyballern. Foto: Lukas Schulze
Trainer Stelian Moculescu wird Cheftrainer von Österreichs Beachvolleyballern. Foto: Lukas Schulze

Trainer Stelian Moculescu wird Cheftrainer von Österreichs Beachvolleyballern. Foto: Lukas Schulze

dpa

Trainer Stelian Moculescu wird Cheftrainer von Österreichs Beachvolleyballern. Foto: Lukas Schulze

Friedrichshafen (dpa) - Von Rente kann bei Trainerlegende Stelian Moculescu keine Rede sein. Im Sommer verabschiedete er sich vom Bundesligisten VfB Friedrichshafen, nun wechselt der 66-Jährige sogar in den Sand.

Moculescu, der sich von einer Operation an der rechten Hüfte erholt, wird Cheftrainer beim Österreichischen Volleyball Verband und kümmert sich damit auch um die Athleten im Sand. «Ich werde in einer bestimmten Form mitmachen, das haben wir beschlossen, der Vertrag ist ja auch schon unterschrieben», sagte er der Deutschen Presse-Agentur in einem Interview und sprach außerdem über nervige iPhones sowie schlimme Stunden in der Halle.

Herr Moculescu, wie geht es Ihnen?

Stelian Moculescu:Es geht mir gut, es geht mir sogar sehr gut. Mit meiner Operation an der rechten Hüfte ist alles gut verlaufen, ich kann wieder gut laufen. Es ist alles soweit in Ordnung.

Nach der Operation gibt es gar keine Probleme mehr?

Moculescu:Es war das erste Mal, dass ich habe überhaupt etwas machen lassen müssen. Wenn du noch nie krank warst in deinem Leben, und das erste Mal immobil bist, ist sowas aber natürlich gewöhnungsbedürftig.

Haben Sie an sich Ungeduld bemerkt?

Moculescu:Es war alles wunderbar, ich bin ja nach dem vierten Tag schon wieder zuhause gewesen, bin dann aber leider im Freien ausgerutscht. Das hat mich ein bisschen zurückgeworfen, ich musste zwei Wochen mit Krücken gehen. Jetzt bin ich aber wieder sehr zufrieden.

Lernt man da noch mehr, die eigene Gesundheit zu schätzen?

Moculescu:Das ist eine Gottesgnade, dass ich mein ganzes Leben weder verletzt noch krank war. Das weiß ich zu schätzen, und dafür bin ich sehr dankbar.

Was haben Sie kurz nach ihrem Abschied vom VfB Friedrichshafen gemacht?

Moculescu:Wir waren im Urlaub. Ob ich weiter Trainer geblieben wäre oder nicht, ich hätte die Zeit genauso verbracht. Nur weil ich in Rente bin, hatte ich nichts Spezielles vor. Ich habe das als Ende von etwas betrachtet. Ich habe in meinem Leben nie übermäßig viel geplant, ich lebe im Heute. Wenn sich etwas ergibt, dann kommt was. Wenn nix kommt, ist es auch gut. Ich bin wirklich in der glücklichen Lage, nichts mehr machen zu müssen. Das Wichtige ist jetzt, dass ich wieder gesund werde, damit ich mit meinem Hobby Golf weitermachen kann. Das muss gut klappen, dann ist die Welt wieder in Ordnung.

Verbandschef Patrick Kleinmann hatte schon von einer Einigung gesprochen. Werden Sie nun Chef von Österreichs Beachvolleyballern?

Moculescu:Es ist auf einem guten Weg, und im Januar wird es auch eine Pressekonferenz dazu geben. Ich werde in einer bestimmten Form mitmachen, das haben wir beschlossen, der Vertrag ist ja auch schon unterschrieben. Wir probieren das mal ein Jahr, gucken wie wir zurechtkommen. Da habe ich wirklich Spaß dran. Am 10. Januar geht's erstmal zehn Tage mit den Jungs nach Fuerteventura ins Trainingslager.

Moculescu und Beach - passt das überhaupt nach so vielen Jahren in der Halle zusammen?

Moculescu:Beachvolleyball habe ich in Deutschland mit der Nationalmannschaft im Sommer 1987 eingeführt. Vorher wusste hier niemand, wie man Beachvolleyball überhaupt schreibt. Ich habe Beachvolleyball immer als die perfekte Ergänzung zum Hallenvolleyball gesehen.

Hätte Sie auch ein anderer Job noch mal gereizt?

Moculescu:Ich hatte genügend Angebote, ich will aber nicht mehr in die Halle rein. Ich war das letzte Mal in Rumänien beim Supercup in der Halle, bin dort zwei Stunden herumgesessen und dachte, ich werde verrückt. Ich war 40 Jahre in der Halle, und vielleicht kommt es wieder, ausschließen will ich es nicht. Eine Hallenmannschaft zu trainieren, am Vormittag und Nachmittag in der Halle zu stehen, am Wochenende in den Bus einzusteigen und dann zu Spielen zu fahren, darauf kann ich im Augenblick verzichten.

Sie hat immer ein besonderes Händchen bei Spielern ausgezeichnet.

Moculescu:Ich hab mich in meine Spieler hineinversetzt und versucht zu sehen, wie sie ticken, wie sie fühlen und habe dann geschaut, wie komme ich am besten an sie ran. Das war eine gewisse Stärke von mir. Natürlich war es aber ein Vorteil, dass die meisten Spieler noch jung in meine Mannschaften gekommen sind.

Ist die heutige Spielergeneration anders als frühere?

Moculescu:Die Generation ist anders. Wenn die Spieler aber erstmal in der Halle sind, musst du dir einfach Mühe geben als Trainer, dass sie mit dem Volleyball genauso gerne umgehen wie mit dem iPhone.

Was nervt Sie an iPhones?

Moculescu:Ich hatte da so ein Erlebnis. Vor ein oder zwei Jahren waren wir zu Weihnachten mit der Familie in München in einem Wirtshaus. Auf einmal kommen wir da rein, da vorne war so ein Riesentisch, und eine Familie mit acht Erwachsenen und sechs Kindern setzt sich dorthin. Diese acht Erwachsenen sitzen an einem Ende und unterhalten sich. Von diesen sechs Kindern nimmt aber jedes sein Tablet raus, und während dieser zwei Stunden, die wir da gesessen waren, haben die kein Wort miteinander geredet. Das finde ich traurig.

ZUR PERSON: Stelian Moculescu (66) ist eine Trainerlegende. Der gebürtige Rumäne war deutscher Nationalcoach und mit dem VfB Friedrichshafen Serienmeister. Moculescu hat mit Frau Gabriele drei Kinder und sieben Enkel. Sie leben in Langenargen am Bodensee.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer