Bielefeld: Nach dem 0:6-Debakel bei Borussia Dortmund ist Sportchef Detlev Dammeier Interimstrainer.

Dortmund. Die Not ist groß, der Zeitpunkt ungewöhnlich und die Maßnahme panikartig. Der vom Abstieg bedrohte Fußball-Bundesligist Arminia Bielefeld geht ohne Trainer Michael Frontzeck in das finale Schicksalsspiel gegen Hannover 96. Nur wenige Stunden nach dem 0:6-Debakel in Dortmund zog die Vereinsführung die Notbremse und beendete die Zusammenarbeit. Für Frontzeck kam die Entlassung nicht überraschend, nur der Zeitpunkt: "Das ist schon eine besondere Note, am 33. Spieltag entlassen zu werden." Interimscoach wird voraussichtlich Sportchef Detlev Dammeier.

Ganz anders die Situation in Dortmund. Die Borussia feierte, nach dem Abpfiff gab es ein musikalisches Dankeschön an den 1. FC Köln, der überraschend beim Hamburger SV gewonnen und Schwarz-Gelb damit den Sprung auf den begehrten fünften Tabellenplatz ermöglicht hatte. Um sicher in die Europa-League einzuziehen, muss die Borussia in Mönchengladbach gewinnen. Ein echtes Finale also.

"Dieses Endspiel wollten wir", sagte Jürgen Klopp. "Dementsprechend euphorisiert sind wir." Kann man auch sein in Dortmund. "Wir werden uns von der Euphorie aber nicht blenden lassen", versprach Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. In Verbindung mit einem "Kompliment an den 1. FC Köln, der alles gegeben hat".

74500 Zuschauer sind im Schnitt zu den Heimspielen des BVB gepilgert. Damit ist man in Europa nach Manchester United die Nummer zwei. Dortmund hat die wenigsten Niederlagen der Liga kassiert und die zweitwenigsten Gegentore bekommen. Dazu schaffte man die längste Serie der Vereinsgeschichte - mit sieben Siegen in Folge. Und Dedes 301. Bundesligaspiel, womit er neben Zvonimir Soldo der Ausländer mit den meisten Auftritten in der deutschen Eliteliga ist. Wer mochte da noch über eine erste Hälfte sprechen, die trotz des Führungstreffers von Sebastian Kehl (43.) aus BVB-Sicht wahrscheinlich die schlechteste dieser Saison war?

Wurden die Fans dafür doch mit einem zweiten Abschnitt verwöhnt, "mit dem wir uns bei jedem einzelnen Zuschauer für die großartige Unterstützung bedankt haben" (Klopp). Noch einmal Kehl, Tamas Hajnal, Nelson Valdez, Mohamad Zidan und Tinga sorgten für den höchsten Sieg seit 13 Jahren.

überragend: -
gut: Weidenfeller, Owomoyela, Kehl, Santana
zufriedenstellend: Subotic, Dede, Blaszczykowski, Sahin, Hajnal, Valdez, Frei
enttäuschend: -

überragend: -
gut: -
zufriedenstellend: Kauf, Kirch, Katongo
enttäuschend: Eilhoff, Schuler, Herzig, Kucera, Lamey, Tesche, Munteanu, Wichniarek

Nur einer schaute bedröppelt aus der Wäsche: Neven Subotic. Der Innenverteidiger sah seine fünfte gelbe Karte und fehlt am Samstag in Mönchengladbach: "Das ist für mich wie ein Genickbruch." Für ihn werden Uwe Hünemeier oder Patrick Owomoyela den zentralen Part übernehmen.

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