Jupp Heynckes sieht keine Chance, aber der FC Bayern hat sie schon mehrfach genutzt. Favorit ist Wolfsburg.

Ein Abschied mit Meistertitel: Ottmar Hitzfeld.
Ein Abschied mit Meistertitel: Ottmar Hitzfeld.

Ein Abschied mit Meistertitel: Ottmar Hitzfeld.

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Ein Abschied mit Meistertitel: Ottmar Hitzfeld.

Düsseldorf. Die Spannung ist mit Händen zu greifen. Und jeder will dabei sein. In 172 Ländern wird das Finale der Fußball-Bundesliga im Fernsehen zu sehen sein. Gezeigt werden nach Angaben der Deutschen Fußball Liga (DFL) die Begegnung zwischen Spitzenreiter VfL Wolfsburg und Werder Bremen und das Verfolgerduell Bayern München gegen den VfB Stuttgart. "Diese Saison hat die weltweite Popularität der Bundesliga nochmals gesteigert", sagte DFL-Geschäftsführer Tom Bender vor dem "Finale furioso".

Die Prognosen der Buchmacher sind eindeutig. Der VfL Wolfsburg holt heute gegen Uefa-Cup-müde Bremer locker den Titel, Bayern München und Stuttgart kämpfen beim direkten Aufeinandertreffen und im Fernduell mit Hertha um die Plätze zwei bis vier. Aber es wäre nicht das erste Mal, dass der FC Bayern einen Last-Minute-Titel feiern würde. Auch wenn Bayern-Trainer Jupp Heynckes nicht mehr wirklich daran glaubt.

Da war die Sache mit dem Eigentor von Michael Ballack

Am letzten Spieltag der Saison 1999/2000 sicherte sich die SpVgg Unterhaching ihren Platz in den Fußball-Geschichtsbüchern, als sie Bayern München zum Meister kürte. Bayer Leverkusen führte mit drei Punkten vor den Bayern, der Gewinn der Meisterschaft schien nur noch Formsache. Doch alles kam anders, die Werkself verlor mit 0:2, die Bayern sicherten mit einem 3:1 gegen Bremen die Meisterschale. Eine Hauptrolle im Titel-Krimi spielte ausgerechnet Michael Ballack: Mit einem Eigentor zum 0:1 leitete er in der 19. Spielminute die Leverkusener Niederlage ein. "In der Kabine war eine Stimmung wie auf dem Zentralfriedhof in Chicago", sagte Trainer Christoph Daum nach dem Spiel.

Einen Last-Minute-Titel feierte der FC Bayern auch 1986. Damals war es Werder Bremen, der die Meisterschaft spektakulär verspielte. Eine tragische Hauptrolle bei der historischen Bremer Titel-Pleite spielte Michael Kutzop. Vorletzter Spieltag, 88. Spielminute, Kutzop tritt für Werder Bremen zum Strafstoß gegen Bayern-Keeper Jean-Marie Pfaff an, Kutzops Schuss knallte an den rechten Außenpfosten, Matchball vergeben. Das Spiel endet torlos, bei einem Werder-Sieg hätten die Bremer bei vier Punkten Vorsprung auf den Verfolger die Meisterschaft feiern können. Das Werder-Drama setzte sich am letzten Spieltag fort: Bremen verlor mit 1:2 beim VfB Stuttgart, Bayern München fegte Borussia Mönchengladbach mit 6:0 vom Platz und feierte punktgleich den Gewinn der Meisterschale.

Der unglaubliche Freistoß des Patrik Andersson

Das bisher verrückteste Saisonfinale der Bundesliga bescherte 2001 ebenfalls dem FC Bayern den Titel, seitdem ist der FC Schalke 04 der "Meister der Herzen". Schlusspfiff auf Schalke, die Königsblauen haben Unterhaching mit 5:3 bezwungen, Manager Rudi Assauer springt in die Luft, Raketen schießen in den Himmel. Schalke 04 ist deutscher Meister. Allerdings nur für vier Minuten und 38 Sekunden. Dann flimmert ein verhängnisvoller Treffer über die Videoleinwand, das ausgelassene Treiben verwandelt sich in lähmendes Entsetzen. In der vierten Minute der Nachspielzeit trifft Andersson per Freistoß zum 1:1 beim Hamburger SV. Der FC Bayern München hatte Schalke in letzter Sekunde überflügelt.

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