Düsseldorf. Die Liga ist unentschieden wie nie, ein neuer Meister wird verzweifelt gesucht. Zeit, sich der Wahrheit dort zu nähern, wo sie ihre Heimat hat. In der Kneipe:

Ja, die Bayern werden es schon noch richten, sagt einer. Wie immer halt. "Nä", sagt Erich, "dat wird diesmal nix". Seit ’se dem Klinsmann seine Buddhas vom Dach gebaut haben, sei sein Karma verflogen, findet Erich. "Der Klinsmann, der braucht so ’nen Quatsch." Keine Buddhas, kein Titel. Logisch.

Na, dann eben die Hertha aus Berlin. Die haben ja jetzt auch schon vier Punkte Vorsprung, sagt sein Thekennachbar. "Hertha?", kräht Erich, "eher wird die Mauer wieder hochgezogen." Die in Berlin, meint Erich. "Die ist nicht so grau wie der ganze Verein." Nicht jeder Meister war jedermanns Liebling, wendet einer ein. "Stimmt", sagt Erich, "aber die Hertha mag überhaupt keiner." Auch ein Argument.

Hoffenheim? "Hör mal", sagt er empört, "die Besten sind doch jetzt alle kaputt", sagt Erich, "dat wird nix." Und überhaupt, der "Schlaunick" (Rangnick) werde noch so manchen Dämpfer bekommen. "Die waren doch schon im Winter gefühlt Meister", sagt Erich. Das sei ja wohl noch immer schief gegangen. "Gut so", findet Erich. "Mit Geld kannste keinen Titel kaufen."

Aber das kann vielleicht Wolfsburg. "Mein Favorit", sage ich. "Wolfsburg, ja", sagt Erich und überlegt einen Moment. "VW könnte für die Champions League auch noch mal ordentlich die Börse öffnen", sagt er. "Ist ja nicht Opel", feixt er und klopft sich auf die Schenkel.

Aber die Schale in Wolfsburg? "Nääää", sagt Erich. Die haben doch gar keinen Rathausbalkon. Hat er mal gelesen. Als der Gerets mit denen noch oben stand. "Und dann sind die abgestürzt. Da hat keiner mehr vom Balkon gequatscht." Überhaupt Wolfsburg, sagt Erich. "Wie sieht dat denn aus."

Dann lieber der HSV. "Dat würde ich dem alten Seeler nochmal gönnen", sagt Erich. Aber der spiele ja nun auch nicht mehr. "Und mit ´nem Holländer als Trainer, das hat ja noch nie gereicht", sagt Erich. "Deshalb klappt ja auch auf Schalke nix." Die Kollegen hängen Erich an den Lippen. Kein Widerspruch regt sich. Von nirgendwo.

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