Bescheiden und bodenständig feiert der 25 Jahre alte Profi seine Premiere in Wales. Olympia 2016 ist für ihn „ein großes Ziel“.

Ein Glücksfall für den Golfsport: Martin Kaymer beim Training im Regen von Südwales.
Ein Glücksfall für den Golfsport: Martin Kaymer beim Training im Regen von Südwales.

Ein Glücksfall für den Golfsport: Martin Kaymer beim Training im Regen von Südwales.

Reuters

Ein Glücksfall für den Golfsport: Martin Kaymer beim Training im Regen von Südwales.

Düsseldorf. Als er 15 Jahre alt war, hat er Fußball gespielt. Für Fortuna Düsseldorf. Der Klub interessiert ihn heute nicht mehr so sehr, "ehrlich gesagt". Heute ist er Fan des 1. FC Köln, was allein schon bemerkenswert ist.

Je kleiner der Ball, desto glanzvoller Kaymers Karriere im Spitzensport

Weitaus bemerkenswerter ist aber, dass der talentierte Jugendfußballer erst zu einem Star des internationalen Spitzensports heranwuchs, als der Ball kleiner wurde. Mit dem er sich täglich bis zu acht Stunden beschäftigt. "Golf ist mein Job", sagt Martin Kaymer, der sich auf den Weg gemacht hat, ein zweiter Bernhard Langer zu werden. Auch wenn sein Neusser Trainer Günter Kessler sagt: "Bernhard Langer und Martin Kaymer kann man nicht miteinander vergleichen."

Womöglich liegt das daran, dass sich Kaymer anschickt, noch besser zu werden als Langer. Mitte August gewann der 25 Jahre junge Mann die PGA Championship in Wisconsin. "Martin Kaymer gehört jetzt endgültig zu den besten Spielern der Welt", schrieb der "Spiegel". Wenn auf dem walisischen Celtic Manor-Kurs von Newport am Freitag die Besten der Welt aus den USA und Europa im Ryder Cup gegeneinander antreten, ist Kaymer dabei. "Der Druck wird extrem sein", erzählt Kaymer. Sein Ziel vor dem großen Auftritt: Im Training soviel Selbstvertrauen aufbauen, dass "der Druck spätestens beim ersten Abschlag verschwunden ist".

Bei Bernhard Langer Tipps für den Ryder Cup geholt

Er hat mit Bernhard Langer telefoniert, um sich Tipps abzuholen. "Er sagte mir, ich müsse mich immer daran erinnern, warum ich in Wales bin. Weil ich einer der besten Spieler der Welt bin. Ich spiele Ryder Cup, weil ich es mir verdient habe", erzählte Kaymer im Gespräch mit der "Welt". Kaymer hat Selbstbewusstsein aufgebaut, Selbstvertrauen, das war nicht immer so. Der Tod seiner Mutter hat ihn lange intensiv beschäftigt, jetzt kann er sagen: "Ich spiele und gewinne für sie." Kaymer legt Wert darauf, bodenständig, authentisch zu bleiben: "Ich bin kein Schauspieler." Auch wenn die Werbe-Strategen davon träumen, ihn zum Superstar aufzubauen. Zuletzt, als sich seine potenziellen Vermarkter auf der Düsseldorfer Königsallee trafen, war Kaymer gar nicht dabei. Weil er Wichtigeres zu tun hatte. Martin Kaymer gewann die KLM Open in Hilversum. Es war sein dritter Turniersieg in der Saison und sein siebter insgesamt.

2016 ist Golf wieder olympisch und der Mettmanner will dabei sein

Einer wie er lässt sich nicht vereinnahmen. "Ich spiele Golf, weil ich da mein eigener Boss bin. Wenn ich Fehler mache, kann ich die nur auf mich schieben." Beim Fußball war er abhängig von anderen. Mann gegen Mann, das ist seine Welt. Wie beim Ryder Cup.

2016 wird Golf wieder olympisch. Kaymer wird dann 30 Jahre alt sein: "Für einen Sportler gibt es nichts Schöneres, als Gold für sein Land zu gewinnen. Olympia ist ein großes Ziel." Dort will er hin. Auf den Olymp. Dann würde er endgültig ein Idol sein. Ob er will oder nicht.

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