Beim 2:0-Sieg gegen 1899 Hoffenheim gibt der Nationalspieler eine weitere Kostprobe seines außergewöhnlichen Könnens.

Lukas Podolski

INA FASSBENDER

Köln. Die Anhänger wussten, bei wem sie sich zu Bedanken hatten. „Lukas Podolski“ schallte es kurz vor Ende der Partie gegen 1899 Hoffenheim durch das Stadion, und es war die Huldigung für eine bemerkenswerte Leistung des Kölner Angreifers. 2:0 hieß es am Ende für den 1. FC Köln, an dem Podolski einen überproportional großen Anteil hatte. Es war der erste Heimsieg des FC seit dem 14. Mai dieses Jahres.

„Wenn man ein Derby gewinnt, dann muss man nachlegen“

Sämtliche Diskussionen über Amtsenthebung als Kapitän zu Saisonbeginn sowie seine anfänglichen Probleme, das neue System unter Trainer Stale Solbakken zu verinnerlichen, scheinen vollständig vergessen zu sein. Es war wieder einmal das Spiel des Lukas Podolski, der nach dem Spiel auch eine Begründung für sein Engagement hatte. „Wenn man ein Derby gewinnt, dann muss man nachlegen“, sagte er.

Offenbar noch beschwingt vom spektakulären Erfolg bei Bayer 04 Leverkusen in der Vorwoche, bei dem er ebenfalls der überragende Spieler war, beschäftigte der Kölner Angreifer die Hoffenheimer Abwehr beinahe ausnahmslos im Alleingang. Podolski sprudelte nur so vor Ideen und Kreativität und schöpfte seine läuferischen Fähigkeiten zum Missfallen seiner Gegenspieler wieder und wieder aus.

Stanislawski: Wir haben in der ersten Hälfte nicht stattgefunden

Der 26-Jährige war es dann auch, der die Führung nach 20 Minuten mit seiner großen Dynamik und guten Übersicht für Mitspieler Mato Jajalo mustergültig vorbereitete.

Die Hoffenheimer dürften sich überrumpelt gefühlt haben, weil sie deutlich mehr Ballbesitz hatten. Doch ihre scheinbare Überlegenheit führte zu keiner Tormöglichkeit. „Wir haben in der ersten Hälfte nicht stattgefunden und haben verdient verloren“, sagt Hoffenheims Trainer Holger Stanislawski später.

Die Mannschaft von Trainer Stale Solbakken legte den Schwerpunkt ihres Spiels vor allem auf eine kompakte Defensive. Das sollte genügen, um die Hoffenheimer aus dem Spiel zu nehmen. Und im Angriff hatten sie ja Lukas Podolski. Milivoje Novakovic verstolperte noch zwei sehenswerte Vorlagen seines Angriffspartners.

Köln überzeugt durch Laufarbeit

So war der Rückstand des Teams aus dem Kraichgau nach der ersten Hälfte eher schmeichelhaft. Das erhöhte Selbstbewusstsein, das der beste Saisonstart der Vereinsgeschichte den Hoffenheimer Spielern eigentlich hätte geben sollen, war zu keiner Phase der Partie erkennbar. Auch weil die Kölner mit ihrer engagierten Laufarbeit sämtliche spielerische Bemühungen der Gäste im Keim erstickten.

Die Podolski-Show setzte sich auch in der zweiten Hälfte fort. Erst scheiterte er noch mit einem Schuss an das Hoffenheimer Außennetz. In der 63. Minute sorgte er dann für die Vorentscheidung, als er einen Konter erfolgreich abschloss. „Wir haben jetzt zehn Punkte, damit stehen wir ganz gut da“, sagte Podolski am Ende seines großen Tages.

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