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Ron Dennis (l.) hat nach der Lügenaffäre bei McLaren seinen Posten geräumt. Nachfolger Martin Whitmarsh (r.) hat nun Fehler seines Rennstalls eingeräumt.

Ron Dennis (l.) hat nach der Lügenaffäre bei McLaren seinen Posten geräumt. Nachfolger Martin Whitmarsh (r.) hat nun Fehler seines Rennstalls eingeräumt.

dpa

Ron Dennis (l.) hat nach der Lügenaffäre bei McLaren seinen Posten geräumt. Nachfolger Martin Whitmarsh (r.) hat nun Fehler seines Rennstalls eingeräumt.

Sachir (dpa). McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh hat in der "Lügen-Affäre" um Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton angeblich ein Fehlverhalten gegenüber dem Internationalen Automobil-Verband FIA eingeräumt. Die britische Tageszeitung "Times" berichtete am Freitag, der Nachfolger des zurückgetretenen Ron Dennis habe in einem Brief an FIA-Präsident Max Mosley Verstöße gegen den Sportparagrafen 151c zugegeben.

Dieser Paragraf sieht Strafen vor, wenn das Ansehen des Sports beschädigt wird. McLaren-Mercedes muss sich am 29. April vor dem FIA-Weltrat in Paris wegen der "Lügen-Affäre" verantworten. Im schlimmsten Fall droht dem englisch-schwäbischen Rennstall ein Ausschluss aus der Formel-1-Weltmeisterschaft. Nach Dennis' Rückzug auch von seinem Posten als Vorstandsvorsitzender der McLaren Group in der Vorwoche scheint aber eine wesentlich mildere Strafe wahrscheinlich.

Dennis und Mosley sind seit Jahren erbitterte Gegner. So soll der FIA-Präsident den ehemaligen Teamchef auch für die Enthüllung seiner für viel Wirbel sorgenden "Sex-Affäre" verantwortlich gemacht haben. Dieser Skandal hätte Mosley beinahe das Amt gekostet. Nun wird spekuliert, dass McLaren-Mercedes mit einer Sperre von zwei bis drei Rennen oder einer hohen Geldstrafe davonkommen könnte. In der "Spionage-Affäre" 2007, wo es um den illegalen Transfer von geheimen Ferrari-Daten an einen ehemaligen McLaren-Ingenieur gegangen war, wurde das Team zur Rekordstrafe von 100 Millionen Dollar verurteilt und aus der Konstrukteurs-Wertung ausgeschlossen.

Im jetzigen Fall geht es um den Großen Preis von Australien. Hamilton hatte beim Saisonauftakt während einer Safety-Car-Phase, in der Überholen verboten ist, Jarno Trulli vorbeigelassen. Hamilton hatte bei der Anhörung vor den Rennkommissaren bestritten, Anweisungen für sein Manöver gehabt zu haben. Durch seine Aussagen hatte Toyota-Pilot Trulli eine 25-Sekunden-Zeitstrafe erhalten und seinen dritten Platz an Hamilton verloren.

Später stellte sich heraus, dass McLaren-Mercedes seinem Piloten über Boxenfunk sehr wohl mitgeteilt hatte, Trulli passieren zu lassen. Der FIA lagen dazu auch Tonbänder der britischen BBC und der Funkverkehr vor. Trulli erhielt nachträglich Platz drei zurück, der Brite wurde disqualifiziert. McLaren hatte seinen Sportdirektor Dave Ryan, der Hamilton zu der Anhörung begleitet und ihm angeblich zum Verschweigen der Team- Anweisung geraten hatte, einige Tage später suspendiert.

Gerüchten zufolge soll aber Dennis seinen Angestellten und den Piloten dazu gedrängt haben, nicht die Wahrheit zu sagen. Meldungen, der ehemalige Teamchef habe 80 SMS verschickt, hatte ein leitendes Teammitglied gegenüber der Deutschen Presse-Agentur dpa als "lächerlich und schon rein zeitlich gar nicht möglich" bezeichnet.

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