Am Donnerstag eröffnet Dortmund gegen den Hamburger SV die Saison – ohne Barrios, der bis zu sechs Wochen ausfällt.

Bundesliga
Duelle im Westen: Düsseldorfs Trainer Norbert Meier (l.), Marco Reus von Borussia Dortmund.

Duelle im Westen: Düsseldorfs Trainer Norbert Meier (l.), Marco Reus von Borussia Dortmund.

BVB-Torjäger Lucas Barios fällt wider Erwarten noch wochenlang aus. Shinji Kagawa wäre eine Alternative.

BVB-Torjäger Lucas Barios fällt wider Erwarten noch wochenlang aus. Shinji Kagawa wäre eine Alternative.

dpa, Bild 1 von 3

Duelle im Westen: Düsseldorfs Trainer Norbert Meier (l.), Marco Reus von Borussia Dortmund.

Dortmund. Alles hätte so schön sein können. Am Freitagabend bestreitet Borussia Dortmund das Eröffnungsspiel der neuen Bundesliga-Saison. Das Spiel gegen den Hamburger SV (20.30 Uhr) ist längst ausverkauft, dazu ist die Erwartungshaltung bei den Fans des Deutschen Meisters gewaltig. Seit Mittwoch aber fragt man sich an der Strobelallee: Wer soll in den nächsten Wochen die Tore schießen?

Dass Lucas Barrios gegen den neu aufgestellten HSV fehlen würde, war nach seinem bereits am 24. Juli erlittenen Muskelfaserriss klar. Dass es um die personifizierte „Torgarantie“ der Schwarz-Gelben aber so übel bestellt ist, weiß man erst seit der Rückkehr des Argentiniers von der Copa America an diesem Mittwoch. Eine Magnet- resonanztomographie brachte Aufschluss: Vor Mitte September ist mit Barrios’ Mitwirken bei den Dortmundern nicht zu rechnen. Was Trainer Jürgen Klopp spürbar grummelnd zurücklässt: „Das ist sehr ärgerlich und wirft einen Schatten auf unser Verhältnis zu Paraguays Verband.“ Dort sind die Untersuchungen offenbar oberflächlich vonstatten gegangen.

Das japanische Medieninteresse an Kagawa ist gewaltig

Robert Lewandowski? Mohamed Zidan? Oder vielleicht sogar Shinji Kagawa? Man darf mächtig gespannt sein, wer zum „Ersatzknipser“ in Dortmunds vorderster Position wird. Ginge es nach medialem Aufkommen in Dortmund, wird die komplette Verantwortung auf den kleinen Japaner übertragen. Jeder vierte oder fünfte Besucher des Presseraums dürfte am Mittwoch asiatischer Herkunft gewesen sein. Wegen Kagawa. Und weil der BVB mit Yanmar (Hersteller für Industriedieselmotoren) einen neuen Sponsoring-Partner aus Osaka vorstellte.

Dabei wäre Klopp schon froh, wenn sein Offensivjuwel „die Saison ohne Verletzung überstehen würde“. Anders als vor Jahresfrist. Da war der 22-Jährige durchgestartet. Mit acht Toren in 18 Spielen und der speziellen Fähigkeit, Anspiele auch in höchstem Tempo formidabel zu verarbeiten. Bis ihn eine Mittelfußverletzung die gesamte Rückrunde über lahm legte.

Jetzt meldete sich der kleine Mann in der Vorbereitung und im Pokal (Traumtor in Sandhausen) zurück, gilt deshalb als der große Hoffnungsträger. „Er ist sehr motiviert“, sagt Klopp, „setzt sich aber vielleicht ein wenig zu sehr unter Druck.“

Klopp lässt Druck auf seinen Meisterkader nicht zu

Druck auf seine Jungs – das mag der Fußball-Lehrer gar nicht. Seine Schützlinge behütet er in diesen Tagen ähnlich sorgsam wie eine Löwenmutter ihre Jungen: „Wir stehen vor einer Saison mit allen Risiken und Chancen.“ Wie der BVB es sogar schon vor dem ersten Pfiff erlebt. Risiko? Siehe Barrios. Und wer die Chance nutzt, wird man am Donnerstagabend wissen.

» Borussia Dortmund - Hamburger SV, Donnerstag, 20.30 Uhr/ARD

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