Qualifiziert
Stabhochspringer Malte Mohr hat das WM-Finale erreicht.

Stabhochspringer Malte Mohr hat das WM-Finale erreicht.

dpa

Stabhochspringer Malte Mohr hat das WM-Finale erreicht.

Daegu (dpa) - Stabartist Malte Mohr kann bei der Leichtathletik-WM ganz vorne mitspringen. «Ich denke, 'ne Medaille soll es schon werden», sagte der Hallen-Vizeweltmeister nach der locker überstandenen Qualifikation in Daegu.

Ein Topfavorit blieb bei der Zitterpartie auf der Strecke: Olympiasieger und Titelverteidiger Steven Hooker (Australien) scheiterte mit einem «Salto nullo» bei der Höhe von 5,50 Metern. Der Weltjahresbeste Pawel Wojciechowski aus Polen rutschte mit 5,50 Meter gerade noch ins Finale.

Europameister Renaud Lavillenie aus Frankreich hielt sich schadlos und gilt nun als Gold-Anwärter Nummer eins. Bitter enttäuscht schlichen Raphael Holzdeppe (Zweibrücken) und Karsten Dilla (Uerdingen/Dormagen) aus dem Stadion. Sie überwanden nur 5,50 beziehungsweise 5,35 Meter. «Irgendwie habe ich kein Gefühl heute beim Einstechen gehabt, irgendwie war alles weg», klagte der 21-jährige Holzdeppe. «Es ist natürlich scheiße, beim WM-Debüt gleich in der Qualifikation rauszufliegen.»

Hooker schüttelte ratlos seine roten Locken. «Ich habe großen Druck heute gespürt vor dem Wettkampf. Physisch war ich gut drauf, aber beim Anlauf habe ich mich verloren gefühlt», sagte der Weltmeister von Berlin. Vor zwei Jahren war er mit nur zwei Sprüngen im Finale aufs oberste Treppchen gesprungen, eine Adduktorenverletzung zwang ihn damals zur Kurzarbeit.

Mohr, der 5,65 Meter im ersten Anlauf sicher übersprang, blieb eine Blamage wie bei der EM im vergangenen Jahr in Barcelona erspart: Damals flog der 25-jährige Münchner in der Ausscheidung raus, als er genau diese Höhe dreimal riss. «Dieses Mal hat es jemand anderes getroffen», sagte der deutsche Meister. «Für mich war es relativ einfach, ich hab' auch nicht groß Kräfte gelassen.» 5,80 Meter, schätzt Mohr, muss man im Finale für Bronze bieten. Seine Saisonbestleistung vom 6. Mai in Doha liegt bei 5,81.

«Ich will ganz vorne mitspringen», kündigte er an. Der Profisportler strotzt derzeit vor Selbstvertrauen («Die Vorbereitung lief sehr, sehr gut. Perfekt») und könnte die zweite WM-Medaille eines deutschen Stabhochspringers nach dem Leverkusener Danny Ecker (2007 in Osaka) gewinnen. «Malte hat eine gute Saison», hatte Hooker vor seinem frühzeitigen Aus gesagt. «Er ist einer der sechs Springer, die eine Medaille gewinnen können. Malte ist aber auch jemand, der ganz viel springt. Da muss man das Level erstmal halten.»

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