Boston-Gewinner
Geoffrey Mutai hatte im April in Boston die Nase vorn. Foto: CJ Gunther

Geoffrey Mutai hatte im April in Boston die Nase vorn. Foto: CJ Gunther

dpa

Geoffrey Mutai hatte im April in Boston die Nase vorn. Foto: CJ Gunther

New York (dpa) - Großer kenianischer Showdown auf der größten Marathon-Bühne der Welt: Beim 42. Langstreckenlauf durch New York kommt es am Sonntag zum Machtkampf der Mutais.

Die Kraftprobe zwischen London-Sieger Emmanuel Mutai und seinem drei Jahre älteren Landsmann und Boston-Gewinner Geoffrey Mutai soll möglichst zu einem neuem Streckenrekord führen. «Wir haben eine unglaubliche Palette an Champions», freut sich Renndirektorin Mary Wittenberg. Insgesamt sechs Starter haben eine Bestzeit von unter 2:06 Stunden - unter ihnen auch Vorjahressieger Gebre Gebremariam (Äthiopien).

Das Laufspektakel durch alle fünf New Yorker Stadtteile mit mehr als 46 000 Startern gilt zwar als größter Marathon der Welt. Im Rennen um schnelle Zeiten hechelt der Klassiker mit Start auf der Verrazano-Brücke und Ziel im Central Park der Konkurrenz aufgrund seines hügeligen Profils allerdings weit hinterher.

Bei den Events in London, Boston, Berlin und Chicago, die zusammen mit New York die World-Marathon-Majors-Laufserie (WMM) bilden, gab es in diesem Jahr jeweils neue Bestzeiten, in Berlin durch den Kenianer Patrik Makau sogar einen Weltrekord (2:03:38 Stunden). In New York liegt die Bestmarke des Äthiopiers Tesfaye Jifar (2:07:43) indes zehn Jahre zurück. 2001 war die Zeit die Nummer 49 in der Rangliste der schnellsten Marathons. Mittlerweile ist Jifars Rekord auf Position 277 abgerutscht.

Vor allem Geoffrey Mutai könnte dafür sorgen, dass Fans und Veranstalter im Central Park einen Rekordtag erleben. Der 30-Jährige ist der schnellste Marathon-Mann der Welt. Er lief am 18. April in Boston in 2:03:02 Stunden eine Fabelzeit, die nur wegen des leicht abfallenden Streckenprofils nicht als Weltrekord anerkannt wurde.

Namensvetter Emmanuel, mit dem er nicht verwandt ist, war bei seinem Sieg in London mit 2:04:40 Stunden so schnell durch die englische Hauptstadt unterwegs, wie niemand zuvor. Zusätzlicher Anreiz für ihn: Bei einem Sieg oder Platz zwei wäre er der Sieger der WMM-Gesamtwertung 2010/11 - und somit um 500 000 Dollar Preisgeld reicher.

Im Vorjahr war Emmanuel Mutai Zweiter hinter Gebremariam, der als dritter Debütant gewinnen konnte. Dabei stand der Äthiopier eigentlich im Schatten seines Idols und Landsmannes Haile Gebrselassie. Als der jedoch ausstieg, übernahm Gebremariam dessen Rolle. «Ich hatte das Gefühl, wenn Haile schon nicht gewinnt, dann muss ich eben gewinnen», so der 27-Jährige. In den Häuserschluchten der Millionen-Metropole will er nun seinen WM-Frust vergessen. In Daegu musste Gebremariam im September frühzeitig wegen einer Verletzung am rechten Bein aufgeben.

Unter den Startern befinden sich auch wieder einige Prominente, wie Short-Track-Olympiasieger Apolo Ohno (USA), Kanadas sechsmaliger Stanley-Cup-Champion Mark Messier und der ehemalige niederländische Nationaltorwart Edwin van der Sar.

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