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Betty Heidler hat gleich im ersten Versuch die geforderte Weite deutlich übertroffen.

Betty Heidler hat gleich im ersten Versuch die geforderte Weite deutlich übertroffen.

dpa

Betty Heidler hat gleich im ersten Versuch die geforderte Weite deutlich übertroffen.

Daegu (dpa) - Betty Heidlers Fußnägel sind schon schwarz-rot-gold angemalt, die Finger kommen noch dran - und am Sonntag will sie dann die deutsche Nationalhymne hören. Die Hammerwurf-Weltrekordlerin konnte nach einem Versuch über 71,49 Meter und Platz sechs in der Qualifikation ihre Tasche packen.

«Technisch war's nicht so gut, aber das ist heute Morgen egal», sagte die Frankfurterin bei der Leichtathletik-WM in Daegu/Südkorea. Ihre Trainingspartnerin Kathrin Klaas, die Heidler zu den Medaillenkandidatinnen zählt, übertraf mit ihrem dritten Wurf und 71,69 Metern die fürs Finale geforderten 71,00. «Schade», meinte die Topfavoritin lächelnd. «Wir haben mit unserem Trainer gewettet: Wenn wir beide im ersten Durchgang die Quali-Weite schaffen, dann muss er sich die Fingernägel schwarz-rot-gold lackieren.» Michael Deyhle wird am Dienstag 60 Jahre alt: Gold für Heidler und die erste internationale Medaille für Klaas wären sein schönstes Geburtstagsgeschenk.

Heidlers größte Widersacherin könnte die Chinesin Wenxiu Zhang werden, die in der Ausscheidung mit 74,17 Metern die Tagesbestweite hinlegte. Heidler schaute sich auch ihre Konkurrentinnen wie Titelverteidigerin Anita Wlodarczyk aus Polen und die Ex-Weltrekordlerinnen Tatjana Lysenko aus Russland und Yipsi Moreno aus Kuba nicht groß an. «Die Quali, das hat eh nichts zu sagen. Ich war beim Einwerfen besser drauf, aber das heute war nur Pflicht. »

Mit acht Siegen in diesem Jahr geht die 27-jährige Europameisterin in den Medaillenkampf, dazu kommt ihr Weltrekordwurf von 79,42 Metern vom 21. Mai in Halle/Saale. «Betty gehört zu den Athleten, die ganz konzentriert an die Sache herangehen. Ihr Leistungsvermögen ist das Ergebnis aus vielen Jahren konzentrierter Arbeit», sagte Dehyle. «Sie ist jetzt auf dem Höhepunkt angelangt und kann endlich die Früchte ernten.»

Heidler selbst spricht ungern über den angepeilten zweiten WM-Titel nach Osaka 2007. Ihr Motto: «Ich muss mit meiner eigenen Leistung zufrieden sein. Da ist auch ein zweiter oder dritter Platz möglich, wenn die Weite stimmt.»

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