WM-Verzicht
Carolin Nytra muss wegen Verletzungen auf die WM verzichten.

Carolin Nytra muss wegen Verletzungen auf die WM verzichten.

dpa

Carolin Nytra muss wegen Verletzungen auf die WM verzichten.

Mannheim (dpa) - Gut drei Wochen vor den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Daegu muss die deutsche Mannschaft den nächsten prominenten Ausfall verkraften. Nach 100-Meter-Europameisterin Verena Sailer gab am Mittwoch auch Hürdensprinterin Carolin Nytra ihr WM- und Saison-Aus bekannt.

«Das ist sehr schade, wir haben alles probiert. Aber wenn der Körper streikt, dann streikt er», sagte ihr Heim- und Bundestrainer Rüdiger Harksen. «Caro ist natürlich sehr traurig und enttäuscht. Aber sie ist auch so einsichtig, zu wissen, dass es keinen anderen vernünftigen Weg gibt.»

Die 26 Jahre alte Hallen-Europameisterin bestritt in diesem Jahr kein einziges Freiluft-Rennen, weil sie sich im Mai im Trainingslager zunächst einen Muskelfaserriss im Schwungbein-Beuger zugezogen hatte, auf den dann auch noch massive Rückenbeschwerden folgten. Ähnlich wie bei der an der Achillessehne verletzten Sailer entschieden sich nun auch Nytra und ihr Coach, das WM-Jahr komplett abzuschreiben, um sich voll auf die Olympischen Spiele 2012 zu konzentrieren.

«Das Risiko, dass wir den Heilungsprozess gefährden und dass die Verletzung wieder aufreißt, war im Hinblick auf London einfach zu groß», erklärte Harksen. «Hinzu kommt, dass uns immer mehr die Zeit davongelaufen ist. Sie reichte einfach nicht mehr aus, um vor den Weltmeisterschaften noch in Topform zu gelangen. Die beiden Verletzungen ließen ein systematisches Training nicht zu.»

Nytra war nach dem Ende der vergangenen Saison aus Bremen zu Harksen nach Mannheim gewechselt, um sich nach ihrem dritten Platz bei der Freiluft-EM 2010 endgültig in der Weltspitze zu etablieren. Sorgen, dass seine hoch veranlagte Athletin den Anschluss nun wieder verlieren könnte, macht sich ihr Trainer aber nicht.

«Warum auch? Ich bin sehr optimistisch, dass wir im Jahr 2012 das Ausgangsniveau 2010/2011 mindestens wieder erreichen werden», sagte Harksen. «Caro ist in den letzten zwei Jahren zur Weltklasse-Athletin gereift, noch im März war sie als Hallen-Europameisterin zweitschnellste Hürdensprinterin in der Welt. Dieses Potenzial kann sie nur völlig gesund abrufen. Und da sind wir wieder auf dem Weg.»

Bitter ist dieses Saison-Aus auch für Nytras neuen Verein MTG Mannheim. Der hatte in den vergangenen zwei Jahren mit ihr und Sailer die beiden größten deutschen Sprint-Hoffnungen verpflichtet. Jetzt können beide in Daegu nicht starten. «Das ist ein doppelter Schlag für die MTG. Für den Verein kommt es richtig dick», sagte Harksen.

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