Bereit
Die russische Stabhochspringerin Jelena Issinbajewa will wieder Weltrekorde springen.

Die russische Stabhochspringerin Jelena Issinbajewa will wieder Weltrekorde springen.

dpa

Die russische Stabhochspringerin Jelena Issinbajewa will wieder Weltrekorde springen.

Düsseldorf (dpa) - Stabhochsprung-«Königin» Jelena Issinbajewa hat die Weltrekordjagd wieder eröffnet, ein neuer Wunderläufer macht von sich reden und die deutschen Leichtathleten kommen drei Wochen vor der Hallen-EM in Paris langsam auf Hochtouren.

«Physisch und emotional bin ich bereit, wieder Weltrekorde zu springen», kündigte die Russin Issinbajewa nach ihrem Sieg mit 4,85 Metern bei Sergej Bubkas Meeting in Donezk an. Nach ihrer langen Auszeit versuchte sie sich noch vergeblich an der Rekordhöhe von 5,01 Metern. «Mir fehlt noch die Wettkampfpraxis», sagte sie.

Fast ohne internationale Rennerfahrung lief der unbekannte Kenianer Isiah Kiplangat Koech in Düsseldorf aus dem Nichts an die Weltspitze. Der 17-Jährige rannte in sensationellen 12:53,29 Minuten die viertschnellste jemals unter dem Hallendach aufgestellte Zeit über 5000 Meter. «Ich habe gewusst, dass ich so schnell laufen kann», sagte Koech. Doch dass es so schnell sein würde, ist Wahnsinn.» Der Nachfolge-Anwärter des großen Kenenisa Bekele hat sich sogar noch nicht einmal restlos verausgabt: «Es war ein sehr hartes Rennen, aber ich hatte am Schluss noch Reserven.»

Ein Fragezeichen steht noch hinter Chinas Hürdenstar Liu Xiang, der in Düsseldorf zum Auftakt des Weltmeisterschaftsjahres in 7,60 Sekunden über 60 Meter Hürden Dritter wurde. «Für meine Verhältnisse bin ich zufrieden. Mein Ziel ist das WM-Finale in Daegu», sagte der 27-Jährige nach seinem ersten Auftritt in Europa seit drei Jahren.

Deutschlands Hürden-Ass Carolin Nytra ging bei dem Sportfest am Rhein lieber auf Nummer sicher und verzichtete wegen einer Sehnenreizung auf den Start im Endlauf. «Sie hat ihre alte Verletzung wieder gespürt, und ich habe ihr dringend davon abgeraten, das Finale zu laufen», erklärte ihr Trainer Rüdiger Harksen. Der Rückzug der EM-Dritten aus Mannheim sei eine reine Vorsichtsmaßnahme gewesen, um die Teilnahme an den deutschen Hallen-Meisterschaften Ende Februar in Leipzig und an der Hallen-EM nicht zu gefährden.

Bei den Titelkämpfen an der Seine könnte Ralf Bartels der große Stoß gelingen. Mit seinen 20,91 Metern gewann der Neubrandenburger den Kugelstoß-Wettbewerb und setzte sich an die Spitze der europäischen Rangliste. «Wenn man so einen guten Stoß hat, heißt es nicht, dass es immer wieder klappt», wehrte sich der 32-Jährige gegen die Favoritenrolle. Der Dritte der Hallen-EM und -WM fügte jedoch an: «Mir fehlt aber noch Silber und gegen Gold hätte ich auch nichts.»

Hoch hinaus will auf jeden Fall Stabhochspringer Malte Mohr, der mit 5,85 Metern seine persönliche Hallen-Bestmarke verbesserte und in der Weltrangliste nur Renaud Lavillenie vor sich hat. Der Franzose sprang in Donezk 5,93 Meter und damit acht Zentimeter höher als der deutsche Hallen-Vizeweltmeister. «Langsam möchte ich in den 5,90er-Bereich rein stoßen», sagte der Neu-Münchner Mohr. «Und dann ist vielleicht der deutsche Rekord noch das ganz große Ziel für diesen Winter.» Diese Bestmarke hält Danny Ecker mit 6,00 Metern.

Mit großen Schritten geht es bei der Dreispringerin Katja Demut in diesem Jahr voran. Die 27-jährige Athletin aus Jena verbesserte nach den 14,45 Metern von Chemnitz vor zwei Wochen den deutschen Rekord noch einmal um zwei Zentimeter. «Ich habe schon vor einem Jahr gesagt, dass ich weit springen kann, nun ist der Knoten geplatzt», sagte Demut, die bei der Hallen-EM auf ihre erste Medaille bei einem großen Wettkampf spekuliert. «Ich hoffe, dass es so weiter geht.»

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