Diskuswurf-Altmeister
Robert Harting freut sich auf seine letzte EM in der Heimat. Foto: Jean-Christophe Bott

Robert Harting freut sich auf seine letzte EM in der Heimat. Foto: Jean-Christophe Bott

dpa

Robert Harting freut sich auf seine letzte EM in der Heimat. Foto: Jean-Christophe Bott

Berlin (dpa) - Der 8.8.18 soll ein Glückstag im Leben des Robert Harting werden. Schon auf seinem Handball-Trikot stand einst die Rückennummer 8, diese Ziffer hat etwas Magisches für den Diskus-Riesen - und so ist die 8 ist bis heute seine Glückszahl geblieben.

Bei der Heim-EM im Berliner Olympiastadion, am 8. August 2018, will der Local Hero im Finale stehen. Und noch einmal Gold. «Das ist natürlich der letzte Titel, um den ich kämpfen werde», sagte der London-Olympiasieger im Diskuswurf der Deutschen Presse-Agentur. Beim ISTAF im gleichen Stadion will sich Harting ein paar Tage später von den Fans verabschieden - in die wohlverdiente Sport-Rente.

Er sei zwar nicht abergläubisch, aber «das ist cool, dass die 8 jetzt gleich dreimal in dem Datum vorkommt. Schon als ich elf Jahre alt war, hatte mein Handball-Trikot die 8.» Robert Harting hat wie viele Jungs erst mal Fußball und Handball gespielt. Danach wurde er einer der besten und erfolgreichsten Diskuswerfer der Welt. Nach 15 Jahren Leistungssport hat er nun verkündet: Ende 2018 ist Schluss.

Doch bis dahin soll die Zwei-Kilo-Scheibe noch oft und weit fliegen. Am 13. Mai startet der dreimalige Weltmeister beim Diamond- League-Meeting in Shanghai in seine letzte WM-Saison. Harting ist jetzt 32. Er spürt sein Alter, er quält sich im Training. Schon immer hat er sich Gedanken über sich und seinen Sport gemacht. Vor allem nach großen Enttäuschungen und Rückschlägen wie zuletzt bei Olympia in Rio. Dort stoppte ihn ein Hexenschuss schon in der Qualifikation. Alles aus. Er fiel in ein Tief.

«Seit der Verletzung im August war es sehr schwer, wieder den Rhythmus aufzunehmen. Meine Trainingsleistungen waren aufgrund der vielen Verletzungen wirklich am Boden», gab Harting zu. «Ich hatte exorbitant schwache Werte.» Danach musste er seinen Kopf frei kriegen. «Einfach mal die Seele baumeln lassen.» Die Knieoperation am 27. Oktober («wie ein Saubermachen») hat er gut weggesteckt. «Jetzt bin ich auf einem guten Weg und guter Dinge», meint der dreimalige Weltmeister. «Wir bauen das langsam auf und überstürzen nichts.»

Die Hochzeit mit seiner Julia am 16. September 2016 war auch so ein Glückstag. Das Paar trainiert nun bei Marko Badura, und Harting hält große Stücke auf den neuen Übungsleiter. Badura sei «sehr fokussiert, sehr konzentriert, der weiß, was er will. Das ist einfach ein ganz anderes Gefühl, mit ihm zusammenzuarbeiten», sagt der ältere Bruder von Rio-Olympiasieger Christoph Harting.

Im Herbst wurde die Trainingsgruppe gesprengt: Christoph blieb bei Torsten Lönnfors, Robert und Julia gingen zu Badura. «Ich habe viel Vertrauen zu ihm - es läuft einfach cool», lobt der Star vom SCC Berlin. «Wir haben einen guten Plan und sind gut aufgestellt.»

Im Winter-Trainingslager in Ramsau stand Harting zum ersten Mal auf Langlaufski. Und am Ende lief es ganz gut. «Ich hab's mir ein paar Mal im Fernsehen angeguckt, wie's geht. Und dann habe ich es einfach nur nachgemacht», berichtet er von den Freuden im Tiefschnee. Nach etlichen Stürzen rappelte er sich immer wieder auf. «Das war ganz cool. Ich habe da wieder mal körperliche Robustheit gespürt.»

Jetzt ist das Ende (s)einer großen Karriere in Sicht - und irgendwie wirkt Harting wie befreit und erleichtert. «Jetzt hast du einen Plan, das ist cool, und nächstes Jahr geht es noch einmal richtig hart ran», verspricht er. Seinen Gegnern will er es noch einmal zeigen: «Die werden echt zu tun haben. Ich werde ihnen nichts überlassen.»

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