Guter Start
Moritz Cleve (m), Andrei Krauchanka (l) und Daisuke Ikeda beim 100-Meter-Sprint.

Moritz Cleve (m), Andrei Krauchanka (l) und Daisuke Ikeda beim 100-Meter-Sprint.

Der Tscheche Roman Sebrle setzt beim Weitsprung zur Landung an.

Der Bulgare Andrej Krauchanka fliegt nach dem Anlauf beim Weitsprung durch die Luft.

Pascal Behrenbruch fällt bei der Landung im Sandkasten zur Seite.

Pascal Behrenbruch sprintet beim Zehnkampf über 100 Meter.

Pascal Behrenbruch setzt die Kugel zum Stoß an.

Pascal Behrenbruch windet sich über die Latte.

Pascal Behrenbruch überspringt im 110-m-Hürdensprint ein Hindernis.

Trey Hardee darf nach dem 1500 Meter Lauf seinen Sieg auskosten.

dpa, Bild 1 von 9

Moritz Cleve (m), Andrei Krauchanka (l) und Daisuke Ikeda beim 100-Meter-Sprint.

Berlin (dpa) - Der Amerikaner Trey Hardee hat bei der Hitzeschlacht im Olympiastadion die Zehnkampf-Krone erobert, wie ein kleiner König durfte sich 1,96-Meter-Mann Pascal Behrenbruch fühlen.

Gleich bei seiner ersten Leichtathletik-Weltmeisterschaft stürmte der 24 Jahre alte Hip-Hop-Fan aus Frankfurt/Main noch auf den sechsten Platz und verschaffte den durch prominente Ausfälle arg gebeutelten deutschen Mehrkämpfern ein großes Erfolgserlebnis. Die 60 000 begeisterten Zuschauer und eine persönliche Bestleistung im Stabhochsprung von 4,80 Meter mobilisierten bei Behrenbruch die letzten Kräfte - mit 8439 Punkten übertrumpfte der Hesse seine Zehnkampf-Bestleistung gleich um 65 Zähler.

Ein Jahr nach der bitteren Enttäuschung bei den Olympischen Spielen von Peking, als er nach einem «Salto nullo» im Stabhochsprung aufgab, schlug Hardees bislang größte Stunde: Mit der Jahresweltbestleistung von 8790 Punkten holte sich der 25-jährige Texaner als vierter US-Zehnkämpfer WM-Gold und setzte die Super-Serie mit dem sechsten Titel «Made in USA» fort: Dan O'Brien (1991, 1993, 1995), Tom Pappas (2003) und Bryan Clay (2005) hatten zuvor die Krone der Leichtathletik in die Neue Welt geholt.

Silber erkämpfte der Kubaner Leonel Suarez (8640) vor dem Russen Alexander Pogorelow (8528). Titelverteidiger Roman Sebrle war diesmal chancenlos: Der schon 34 Jahre alte Weltrekordler aus Tschechien kam über den elften Platz nicht hinaus.

«Ich habe seit sieben Jahren Probleme mit dem Stabhochsprung, aber dieses Publikum hier hat mich beflügelt und motiviert», sagte Behrenbruch und bedankte sich bei den Zuschauern, die das Olympiastadion am heißesten Tag des Jahres zum Kochen brachten. Norman Müller erreichte sein Ziel, ein Platz unter den acht Besten, nicht: 8096 Punkte reichten nur zum 16. Rang. WM-Debütant Moritz Cleve vom TV Wattenscheid schlug sich vor allem am ersten Tag wacker und wurde mit 7777 Punkten 24.

Auch der frühere Weltklasse-Zehnkämpfer Frank Busemann war beeindruckt von der Leistung Behrenbruchs, warnte allerdings vor überzogenen Erwartungen. Zu einem ganz Großen fehle dem 1,96-Meter- Mann noch einiges. «Der perfekte Zehnkämpfer ist intelligent, weil er zehn Disziplinen hintereinander bringen muss. Das ist ein Zusammenspiel von Geist und Körper», sagte der Olympia-Zweite von 1996 in einem dpa-Gespräch. Busemann hatte 1997 in Athen als letzter deutscher Zehnkämpfer eine WM-Medaille (Bronze) geholt.

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