Unzufrieden
Sabine Krantz in Aktion. Foto: Bernd Thissen

Sabine Krantz in Aktion. Foto: Bernd Thissen

dpa

Sabine Krantz in Aktion. Foto: Bernd Thissen

Düsseldorf (dpa) - Die Geher werden vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) immer mehr ins Abseits gestellt. «Wir sind bei der deutschen Hallenmeisterschaft rausgeflogen. Jetzt haben sie das Ding kaputt gemacht», schimpfte Sabine Krantz.

Statt Ende Februar bei den «normalen» Titelkämpfen in Karlsruhe ihre Runden drehen zu können, muss sie mit ihren Geherkollegen am Wochenende im Vorprogramm der Mehrkampf-Meisterschaften in Dortmund antreten. «Wir sind doch keine Nullachtfünfzehn-Geher, sondern gehören zur Weltklasse», sagte die 31-jährige Wattenscheiderin. Eine Folge des Rauswurfs: Statt wie einst um die fünf Teilnehmerinnen, wurden zum 3000-Meter-Bahngehen am Sonntag nur Krantz und Melanie Seeger (Potsdam) gemeldet.

Da aber bei zwei Starterinnen die Meisterschaft nicht anerkannt wird, hofft das Duo, noch zwei weitere Mitstreiterinnen zu finden. «Ich habe immer gedacht, das Bahngehen ist erst tot, wenn Melanie und ich aufhören», meinte Sabine Krantz und fügte trotzig an: «Ich starte so oder so am Sonntag. Dann ist es eben nur ein gutes Training.»

Die schwindende Wertschätzung des Gehens im DLV kann die zehnfache deutsche Meisterin auch unter sportlichem Aspekt nicht verstehen. «Im Gehen haben wir vier Kandidaten für die Olympischen Spiele», sagte Krantz. «In vielen anderen Disziplinen gibt es das nicht. Und bei den Läufern soll man mir mal die zeigen, die es besser machen.»

Besser als in den vergangenen Jahren soll es nun auch bei der Olympia-15. von Peking 2008 laufen. 2010 machte sie eine Babypause, 2011 wurde sie durch eine Salmonellenvergiftung und das Hickhack um ihre Nominierung für die Weltmeisterschaften in Daegu (Südkorea) aus der Bahn geworfen. Bei den deutschen Meisterschaften hatte Sabine Krantz die WM-Norm geschafft, der DLV hatte aber vergessen, den Wettbewerb beim Weltverband IAAF als Qualifikation anzumelden. Am Ende zeigte sich die IAAF kulant und genehmigte den WM-Start.

«2011 war das härteste Jahr meiner Karriere, körperlich wie mental», sagte sie. «In diesem Jahr will ich aber zeigen, was ich kann.» Und bis zu den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro peilt sie eine Medaille an: «Ich will noch etwas reißen.

Bronze bei Olympia, WM oder EM ist im Bereich des Möglichen. Die Olympia-Norm für die London-Spiele über 20 Kilometer von 1:31:15 Stunden macht Sabine Krantz keine Sorgen: «Nach meiner Salmonellenvergiftung habe ich auch 1:31:08 Stunden geschafft.»

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