Kräftig
David Storl beeindruckt mit eine frühen Topform. Foto: Uli Deck

David Storl beeindruckt mit eine frühen Topform. Foto: Uli Deck

dpa

David Storl beeindruckt mit eine frühen Topform. Foto: Uli Deck

Karlsruhe (dpa) - David Storl tapste sogar auf eine Ehrenrunde, Genzebe Dibaba jubelte hingebungsvoll mit geschlossenen Augen: Der zweifache Kugelstoß-Weltmeister und die zierliche äthiopische Läuferin haben das 30. Leichtathletik-Meeting in Karlsruhe geprägt.

Beim Highlight der bisherigen Hallensaison rannte Dibaba am Samstag über 1500 Meter einen ebenso überraschenden wie überragenden Weltrekord. Storl dominierte mit 21,33 Metern die hochkarätige Konkurrenz und zeigte, dass die ansonsten weniger populären Kraftsportler auch 4000 Zuschauer mitreißen können.

Der Chemnitzer bezwang mit seinem ersten Versuch Vize-Weltmeister Ryan Whiting (21,01), dessen amerikanischen Landsmann Cory Martin (20,60) sowie den zweimaligen Olympiasieger Tomasz Majewski aus Polen (20,50). Storl übertraf bei seinem dritten Wettbewerb in diesem Winter zum dritten Mal die 21 Meter und meinte zufrieden: «Alles läuft planmäßig. Ich habe meinen Rhythmus so gefunden, wie ich ihn brauche.»

Die Kugelstoßanlage hatte Meeting-Chef Alain Blondel zentral im Innenraum aufbauen lassen. «Dass wir mitten in der Halle stoßen, das ist natürlich sehr schön», meinte Storl, der sich nach den verletzungsbedingten Absagen von Stabhochsprung-Weltmeister Raphael Holzdeppe (Rückenbeschwerden) und dessen Rivalen Björn Otto (Verdacht auf Achillessehnenanriss) plötzlich in der etwas ungewohnten Rolle des Publikumslieblings wiederfand.

Den Coup des Tages landete die jüngere Schwester der dreimaligen Langstrecken-Olympiasiegerin Tirunesh Dibaba. Es dauerte ein paar Sekunden, bis die Besucher vom Hallensprecher erfuhren, dass die 3:55,17 Minuten ein Weltrekord waren. Und was für einer: Um mehr als drei Sekunden unterbot die Hallen-Weltmeisterin von 2012 die Bestmarke der Russin Elena Sobolewa (3:58,28) von 2006. Eine Woche vor ihrem 23. Geburtstag war Dibaba deshalb «sehr, sehr glücklich». So schnell über 1500 Meter war in diesem Jahrtausend auch draußen keine Läuferin.

Eigentlich sollte der Höhepunkt in der Europahalle bei dem 300 000 Euro teuren Sportfest der abschließende 3000-Meter-Lauf werden. Hier hatte Vize-Europameister Arne Gabius aus Tübingen etwas vollmundig einen Angriff auf den 19 Jahre alten deutschen Rekord von Olympiasieger Dieter Baumann (7:37,51 Minuten) angekündigt. Er wurde in enttäuschenden 7:54,68 aber nur Sechster. «Ich bin erst vor neun Tagen aus meinem Trainingslager in Kenia gekommen. Dort habe ich besser und mehr trainiert als jemals zuvor», erklärte Gabius. «Dementsprechend war ich heute einfach noch nicht richtig erholt.»

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