Muskelspiel
Maria Abakumowa lässt nach ihrem WM-Sieg die Muskeln spielen.

Maria Abakumowa lässt nach ihrem WM-Sieg die Muskeln spielen.

Maria Abakumowa schleuderte den Speer 71,99 Meter.

Christina Obergfoell hat das Ziel einer WM-Gold-Medaille erneut verpasst.

Christina Obergföll brach nach ihrem letzten Versuch zusammen.

Innere Leere: Christina Obergföll war mit ihrem vierten Platz überhaupt nicht zufrieden.

Christina Obergföll kann die Tränen der Enttäuschung nicht verdrücken.

dpa, Bild 1 von 6

Maria Abakumowa lässt nach ihrem WM-Sieg die Muskeln spielen.

Daegu (dpa) - Der große Wurf ist Christina Obergföll wieder nicht gelungen. «Das ist Scheiße, ich habe das verwurmt», sagte die Olympia-Dritte nach der WM-Pleite von Daegu.

Weiter als 65,24 Meter wollte der Speer der Offenburgerin nicht fliegen, viel zu wenig für die ersehnte (Gold-)Medaille, gerade noch genug für den vierten Platz. Dabei schien nach der Qualifikationsweite von 68,76 Meter der Weg zum ersten großen Titel für die ehemalige Europarekordlerin geebnet.

«Ich war in einer Superform, habe mich sensationell eingeworfen», sagte Obergföll weinend, «doch dann fühlte ich mich beim ersten und zweiten Versuch, als hätte jemand bei mir den Stecker gezogen. Ich hatte plötzlich keine Beine mehr.»

Eigentlich hatte die 30 Jahre alte deutsche Meisterin nach dem zweiten Durchgang keine Aussicht mehr, Nachfolgerin von Steffi Nerius auf dem WM-Thron zu werden. Die Russin Maria Abakumowa drosch den Speer erst auf 71,25 Meter und danach auf die Weltjahresbestleistung von 71,99. Nur Weltrekordlerin Barbora Spotakova (Tschechien) konnte in dieser Premium-Liga mithalten und mit 71,58 Metern vor Sunette Viljoen (Südafrika/68,38) Silber holen. «Irgendwie ist das alles an mir vorbeigelaufen», resümierte Obergföll und war am Boden zerstört.

Ihr Freund Boris Henry, Bundestrainer der Männer, hatte trotz des starken Auftritts von Obergföll gewarnt, dass es kein Selbstläufer zum Gold für sie werden würde: «Das wird definitiv keine leichte Nummer.» Auch die blonde Athletin selbst hatte eine böse Vorahnung nach ihrer «besten Qualifikation meines Lebens». Obergföll: «Mir wäre es lieber gewesen, ich hätte nur 64 Meter geworfen und morgen einen ausgepackt.»

Final-Mitstreiterin Katharina Molitor musste sich mit dem fünften Platz und 64,32 Meter begnügen - und war ziemlich sauer. «Das war kein Speerwurf, alles war zu hektisch», urteilte die EM-Vierte aus Leverkusen. Pech hatte Linda Stahl. Knapp zwei Stunden vor dem WM-Finale musste die Europameisterin passen. Eine alte Rückenverletzung hatte sich bemerkbar und einen Start unmöglich gemacht. Die 25-jährige Leverkusener laborierte schon die ganze Saison mit Verletzungen und Formschwäche.

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