Comeback
Hochspringerin Ariane Friedrich gibt ihr Comeback beim Meeting im tschechischen Hustopece. Foto: Boris Roessler

Hochspringerin Ariane Friedrich gibt ihr Comeback beim Meeting im tschechischen Hustopece. Foto: Boris Roessler

dpa

Hochspringerin Ariane Friedrich gibt ihr Comeback beim Meeting im tschechischen Hustopece. Foto: Boris Roessler

Frankfurt/Main (dpa) - Über 13 Monate nach ihrem Achillessehnenriss gibt die deutsche Hochsprung-Rekordhalterin Ariane Friedrich ihr Comeback und ist «total aufgeregt». Beim Meeting im tschechischen Hustopece am Samstag hofft die Frankfurterin auf Sätze deutlich über 1,90 Meter.

«Die Haare neu gefärbt ... die Trainingsleistungen stimmen auch. Die Frage ist nur: Wie hoch wird es gehen?», schreibt sie auf Facebook. Modisch ist die 28-Jährige jedenfalls wieder voll auf der Höhe.

Ihre Haare leuchten in Pink, für ihren Ausrüster und ein Magazin hat Friedrich Fotos in einem Berliner Schwimmbad machen lassen: Mit kunterbuntem Halstuch, viel nacktem Bein und quietschgelben Sneakers. Nach dem grauen Trainingsalltag muss Friedrich jetzt Farbe bekennen. «Der Körper ist bereit, sie ist in einer Bombenverfassung! Aber entscheidend ist der Kopf. Da muss man erst mal sehen, wie sie das alles verkraftet», sagt ihr Trainer und Manager Günter Eisinger. Für die Rückkehr seines Schützlings hat er extra einen Wettkampf fernab der Heimat gesucht, um keinen so großen Trubel zu haben.

Wenn alles gut läuft, wird die WM-Dritte und Hallen- Europameisterin von 2009 noch bei den Sportfesten am 4. Februar in Arnstadt und am 12. Februar in Karlsruhe antreten sowie bei den deutschen Leichtathletik-Meisterschaften am 25./26. Februar ebenfalls in Karlsruhe. «Sie ist super drauf! Sie ist heiß zu springen. Aber das ist noch keine Höhengarantie», sagt Eisinger und weist darauf hin, dass ihr letzter Wettkampf vor 15 Monaten war.

«Wenn sie jetzt in Hustopece mit einer 90er Höhe beginnt, wäre das ein toller Einstieg in die Saison und ein Riesenschritt in Richtung London. Aber sie muss nicht nur gegen die Latte springen, sondern auch über ihren eigenen Schatten. Sie muss gegen ihre Vergangenheit ankämpfen.»

Am 22. Dezember 2010 war bei der 2,06-Meter-Springerin in der Trainingshalle in Frankfurt-Kalbach die Achillessehne im linken Fuß gerissen. Als Wochen später der Spezialschuh runterkam, stiegen ihr die Tränen in die Augen. «Ich konnte die Ferse nicht einmal ein, zwei Zentimeter anheben und mich auf die Fußspitze stellen», erinnert sich Friedrich. «Die ersten Monate haben viel Kraft gekostet, man sieht, wie der Körper abbaut, förmlich zerfällt.»

Das erste große Erfolgserlebnis kam mit einer Joggingrunde. «Da war ich der glücklichste Mensch der Welt. Aber ich hab' vielleicht geschnauft.» Nur 200 Meter seien es gewesen, ergänzt Eisinger. «Ein ganz toller Moment waren die ersten Treppensprünge», sagt Friedrich. Nach monatelanger Plackerei soll es jetzt wieder richtig hoch hinaus gehen, damit sie weiter vom Olympiasieg träumen kann.

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