Sebastian Coe
Sebastian Coe kandidiert im nächsten Jahr für den Chefposten bei der IAAF. Foto: Yonhap News Agency

Sebastian Coe kandidiert im nächsten Jahr für den Chefposten bei der IAAF. Foto: Yonhap News Agency

dpa

Sebastian Coe kandidiert im nächsten Jahr für den Chefposten bei der IAAF. Foto: Yonhap News Agency

London (dpa) - Doppel-Olympiasieger Sebastian Coe will frischen Wind in die Leichtathletik bringen und als möglicher neuer IAAF-Chef vieles auf den Prüfstand stellen.

«Das ist keine Panik, das ist keine Krise», sagte der 58 Jahre alte Brite der Nachrichtenagentur AP. Allerdings müsse der Weltverband wieder mehr junge Menschen für die olympische Kernsportart begeistern. «Wir haben ein älter werdendes Publikum, wir brauchen neue und junge Wettkampftypen.»

Lord Coe kandidiert im September 2015 auf dem Kongress in Peking als IAAF-Präsident. Der seit 1999 amtierende Senegalese Lamine Diack tritt nicht mehr an. Coe sprach sich unter anderem für eine Reform der oft kritisierten Diamond League aus. «Jetzt ist wohl die Zeit, das Format unter die Lupe zu nehmen, es mal aufzufrischen, vielleicht die Anzahl der Diamond-League-Meetings zu betrachten», sagte der ehemalige Weltklasse-Mittelstreckenläufer in London.

«Viele Fans wissen überhaupt nicht, wann die Leichtathletiksaison beginnt, wann sie endet, warum es den Anschein hat, dass sie von den USA nach Europa, dann nach Asien und wieder zurück springt», schrieb der OK-Chef der Olympischen Spiele von 2012 in London in seinem Wahl-Manifest.

Bei diesen Spielen war Supersprinter Usain Bolt einmal mehr die Lichtgestalt der Leichtathletik. Dass der Jamaikaner für die IAAF mit seiner Überpräsenz als werbeträchtiger Selbstläufer andere zu sehr in den Schatten stellt, glaubt IAAF-Vize Coe allerdings nicht. «Es ist ein Luxusproblem, so ein außergewöhnliches Talent wie Usain Bolt zu haben», betonte der frühere Weltrekordler. «Aber wir müssen unsere Anstrengungen verdoppeln, um zu sichern, dass die Fähigkeiten und Talente und Lebensläufe von wirklich talentierten Athleten präsentiert werden.»

Coe forderte eine größere finanzielle Transparenz über Geldströme, unter anderem bei den Preisgeldern für Top-Athleten bei Ein-Tages-Meetings. In der Leichtathletik werde «nicht öffentlich über die bedeutenden Summen, die gezahlt werden», gesprochen. Im Kampf gegen Doping sollte der Weltverband die Möglichkeit sondieren, ein unabhängiges Gericht zu schaffen, das sich mit Dopingverstößen bei internationalen Wettkämpfen befasst.

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