Patzer
Von Usain Bolts (r) Fehlstart über 100 Meter profitierte sein Landsmann Yohan Blake (l) und siegte.

Von Usain Bolts (r) Fehlstart über 100 Meter profitierte sein Landsmann Yohan Blake (l) und siegte.

dpa

Von Usain Bolts (r) Fehlstart über 100 Meter profitierte sein Landsmann Yohan Blake (l) und siegte.

Daegu (dpa) - Die 13 bringt den Stars kein Glück. Disqualifikationen, Fehlstarts, Verletzungen - für viele war die 13. Weltmeisterchaft in Daegu Endstation Sehnsucht. Kenenisa Bekele, Steven Hooker, Jelena Issinbajewa oder Dayron Robles scheiterten - und Usain Bolt über 100 Meter.

«Ich sehe das nur positiv, es ist fantastisch», sagte Helmut Digel, im Council des Weltverbandes IAAF für Marketing und Fernsehen zuständig. «Dies ist zwar nicht schön für die Favoriten selbst, aber für die Leichtathletik eine tolle Sache.»

Usain Bolt, der schnellste Zweibeiner des Planeten, produzierte den spektakulärsten Fehlstart der WM-Geschichte über 100 Meter. Sein jamaikanischer Landsmann Asafa Powell musste Stunden vor dem Sprint-Showdown wegen einer Leistenzerrung passen. «Wenn Bolt die 100 Meter relativ klar gewonnen hätte, wäre das für die Medien der Normalfall gewesen. Nun ist es die besondere Nachricht geworden», meinte Digel. «Es zeichnet unseren Sport ja aus, dass er offen ist und man bei einer WM mit allem rechnen muss.»

So konnten in den ersten 27 von 43 Einzeldisziplinen nur sieben Weltmeister von 2009 in Berlin ihren Titel verteidigen. «Wie sie geboren werden, verschwinden die Stars auch wieder. Ich finde es gut, wenn so viel Leben drin ist», meinte Günther Lohre, Vizepräsident Leistungssport im Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV).

Schon am zweiten WM-Tag hatte es einen selten erlebten Kahlschlag unter den Größen des Sports gegeben. Eine gute Stunde nach der Eröffnungsfeier war das WM-Solo der Olympiasiegerin Christine Ohuruogu (Großbritannien) nach einem Fehlstart vorbei. Einen Tag später erlaubten sich Bolt und der ehemalige Sprint-Europameister Dwain Chambers den gleichen Patzer. Der dreifache Olympiasieger und viermalige Weltmeister Kenenisa Bekele (Äthiopien) gab kurz zuvor mit hängendem Kopf die Titelverteidigung über 10 000 Meter auf.

Über 110 Meter Hürden erwischte es Weltrekordler Dayron Robles. Der Kubaner hatte am vorletzten Hindernis den Chinesen Liu Xiang mit einem Schlag auf den Arm behindert und erhielt nachträglich die Rote Karte. Im Stabhochsprung fielen gleich zwei Sterne vom Himmel: Australiens nun Ex-Weltmeister Steve Hooker produzierte einen «Salto nullo» über 5,50 Meter. Die formschwache 27-malige Weltrekordlerin Jelena Issinbajewa (Russland) wurde nur Sechste.

Im Weitsprung verabschiedete sich Olympiasieger Irving Saladino (Panama) in der Qualifikation, im Dreisprung gab Yargelis Savigne (Kuba) verletzt auf, und über 1500 Meter wurde Maryam Yusuf Jamal (Bahrain) Zwölfte und Letzte: Alle drei hatten sowohl bei der WM 2007 als auch 2009 in Berlin triumphiert.

«Für die Jungen ist das generell eine gute Chance», meinte Digel. Statt Bolt raste sein Landsmann Yohan Blake (21) zu Gold, im Hürdensprint nutzte Jason Richardson (25/USA) die Gunst der Stunde. Allerdings schützt auch Alter vor Erfolg nicht. Im Hammerwerfen triumphierte der Japaner Koji Murofushi - mit 36 Jahren ist er der älteste Titelträger der WM-Geschichte in seiner Disziplin.

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